Wednesday, November 20, 2019

“He’s got the whole wide world in His hands”

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Was erwarten wir?  Große Erwartungen oder Great Expectations
Duurt Sikkens
 
Wir wollen erst mal Palm 39,8 lesen:  "Und nun, auf was harre ich, Herr? Meine Hoffnung, sie gilt dir?"
Man sollte eigentlich über dem Lesen dieser zwei Zeilen eine Pause nehmen. David schaut zum Fenster hinaus und sagt: "Auf was harre ich, Herr? " Ich bitte euch, die Frage erst mal selbst zu beantworten. Auf was harrst du? Erinnert ihr euch, liebe Geschwister, an die Vision vom Kohlenfeuer, die hier in in der Gemeinde gezeigt wurde?
Dadurch wurden wir angeregt, dieses Feuer anzufachen.  Die Absicht ist, die Hoffnung, die in uns lebt, anzufachen. Gestern las ich noch eine alte Weissagung, in der auch über Hoffnung gesprochen wurde, in der die Hoffnung mit einem Baum verglichen wurde. Der Bodenwasserstand hatte sich gesenkt und jetzt sollte der Baum seine Wurzeln bis ans Wasser ausbreiten.
Darum möchte ich heute morgen an erster Stelle über die Hoffnung sprechen. Ich mag dieses Wort "Hoffnung" übrigens nicht so, denn es hat an Bedeutungskraft verloren. Man sagt dann etwas wie: "Ich hoffe es" und das ist schade. Darum kann man das Wort "Hoffnung" besser durch das Wort "Erwartung" ersetzen. Im Urtext steht genau dasselbe Wort. Das sehen wir auch hier in diesem Psalm. Auf was harre ich? Meine Hoffnung, sagt David, und sein Gesicht hellt sich auf, gilt dir. Wie? Wir schauen mal weiter.
Seit dem Moment, wo der Mensch in Sünde gefallen ist,  hat man sich nach der Wieder-herstellung der Beziehung zwischen Menschen und Gott gesehnt. Der Böse ist dazwischen gekommen und trennt den Menschen von Gott. Auch Gott ist sehr traurig darüber, denn Er hat seinen Partner verloren. Und noch im Paradies, bevor der Mensch und sein Weib es verlassen sollten, dachte Gott:  Wie bekomme ich meinen Partner zurück? Was macht Er als erstes? Er fängt an, zu beten. Das werde ich erklären. Das hebräische Wort für beten ist Palál, was auch "sich ins Mittel legen" bedeutet. Was macht er zunächst? Er setzt Feind-schaft zwischen dem Samen der Frau und dem Samen der Schlange. Zwischen den Nachkommen des Menschen und den Nachkommen des Bösen. Gott sagt: Die beide ertragen sich nicht.
Was für Leute sind hier gemeint? Das sind die Menschen, die mit dem Geist Gottes erfüllt sind, die einmal aus der Frau, der Gemeinde, zum Vorschein kommen werden. All diese Menschen aber haben auf Gott geharrt, bis 400 Jahre nach dem letzten Propheten Maleachi; das sind 40 Jahrhunderte. Diese Leute hatten also nur die Verheißung. Es war versprochen worden: Das Verhältnis zu Gott würde mal wiederhergestellt werden aber wie? Das wußte keiner, obwohl man eine Ahnung davon hatte.  Und alle Weissagungen in der Bibel, die wir mit neuen Augen lesen wollen, insbesondere die Psalmen, betreffen immer dieses Aus-harren, diese Hoffnung.  Die Psalmen sind sozusagen schwanger von Hoffnung.  Ja, die Gläubigen haben Ausschau gehalten, deswegen haben sie sich ins Gefängnis werfen lassen, weil sie an die Verheißung hielten, sie haben in dieser Erwartung gelebt.  Denn die Gedankenwelt der Schlange muß unbedingt vernichtet werden, das ist sein Kopf. Ich habe auch selbst unter dieser bösen Gedankenwelt gelitten, und wie...Ein Beispiel, mir kamen Gedanken wie: "Aus dir wird nie was werden, du wirst sowieso sterben und Gott haßt dich".
Die Gläubigen des Alten Testaments haben sich mit einer Verheißung abfinden müssen. Haben sie die Erfüllung gesehen? Nein. Sie sagten sich:" Wie werden sowieso diese Erfüllung sehen". Das lesen wir in Hebr.11,13. 
Sie sind in diesem Glauben und diesem Vertrauen gestorben . Du kannst ruhig davon ausgehen, daß all diese Leute, die sich danach gesehnt haben, jetzt den Hl.Geist im Paradies Gottes empfangen haben. Wunderbar, daß sie sich daran hielten, sie hatten nur eine Verheißung.  Weißt du, was mit dieser  Verheißung gemeint ist? Das ist der Hl.Geist. Die Verheißung des Vaters ist die Taufe im Hl.Geist. Darüber liest man in Apg. 1, 4 und 2, 33-39. Und diese Verheißung haben wir empfangen, wo jene Leute sich so nach gesehnt haben. Darum wohnen wir auch im Land der Verheißung. Manche sagen: im gelobten Land, aber ich mag diesen Ausdruck nicht so! Es wird auch nicht in der Bibel erwähnt. Wohl : Land der Verheißung. In Gottes Gedankenwelt leben, im Hl.Geist über die Angelegenheiten Gottes nachdenken. Lies mal Hebr.3,6. Hier steht etwas Merkwürdiges. Es geht über Moses, der sehr treu war in seinem ganzen Haus, das ist die Stiftshütte, aber Christus als Sohn über sein Haus. Und jetzt kommt es : Sein Haus sind wir, wenn wir die Freimütigkeit und den Ruhm der Hoffnung bis zum Ende standhaft festhalten. Dann bist du sein Haus.  Wenn wir die Hoffnung festhalten. So haben die Leute im A.T. leben können und so leben auch wir. Warum bist du ein Haus Gottes? Weil du die Hoffnung festhältst, denn in dieser Hoffnung fühlt Gott sich zuhause: Er lebt auch in dieser Hoffnung. Er hofft auch, in seinen Nach-kommen gesehen zu werden. Gottes Hoffnung ist also die unserige und das ist gegenseitig. Wohnen in Menschen, und was für Menschen! In Hebr.6,19 steht etwas, das ich als Kind nie verstanden habe. "Sie, die Hoffnung, haben wir als einen sicheren und festen Anker der Seele, der in das Innere des Vorhangs hineinreicht".
Was soll ich mir dabei vorstellen? Einen Anker, einen Schiffsanker, den man offensichtlich quer durch den Vorhang in das Heilige der Heiligen hineinschleudert, der sich zunächst irgendwo haken soll? Und dann?...bist du das Schiff? Du, möchtest du dein ganzes langes Leben vor Anker liegen? Dazu wurde das Schiff nicht gebaut. Es wäre also töricht, zu denken, das hiermit ein Schiffsanker gemeint ist. Denn jeder Bauherr kann dir erzählen, dass das Wort Anker mehre Bedeutungen hat. Man kann einen Balken mit einem Maueranker an die Mauer befestigen. Ein Anker bedeutet nur Sicherheit, etwas, das ganz sicher ist. Hiermit stimmt das Bild eines Schiffsankers nicht überein.  Das Schiff würde sein ganzes langes Leben reglos vor der Küste liegen bleiben. Man kann sich kein Schiff vor einem Vorhang und dahinter einen Anker vorstellen. Was soll ich damit anfangen? Ich werde versuchen, es euch zu erklären.
Wovon ist der Vorhang, dieser große, mit Engeln geschmuckte Vorhang zwischen dem Heiligen und dem Heiligen der Heiligen ein Bild? Von unserem Fleisch, unserem mensch-lichen Dasein, sagt Hebr.10,20. Als Jesus sein menschliches Dasein ablegte und dem Tod übergab, zerriss der Vorhang von oben bis unten. Ich glaube, dass Gott Freudetränen in seinen Augen hatte. Endlich, es ist soweit !  Jesus, ein Mensch ohne Sünde, makellos und rein, der sich selbst freiwillig in den Tod gab, damit Menschen Gott wieder erreichen konnten und Gott die Menschen.
Er ist als Erster, als Hohepriester des Neuen Bundes, durch den Vorhang hindurch gegangen. In Hebr.9,16 steht: "Denn wo ein Testament ist, da muss notwendig der Tod dessen eintreten, der das Testament gemacht hat". Das hat Jesus selbst getan!  Vater, es ist vollbracht. Siehst du es vor dir? Es ist ein himmlisches Ereignis. Und was ist "das Heilige" von uns? Denken wir mal nach über die Wirklichkeit statt nur über die Stiftshütte zu grübeln.
Was ist nun das Heilige? Dass Gott in uns wohnt ! Das ist das Heilige der Heiligen, das ist Gott selbst. Wenn Jesus sagt: "Geh in deine Kammer, wenn du aber betest", dachte ich, dass Jesus das meinte, wenn er über die Kammer redet. Denn Gott wohnt ja in unserer Kammer. Dann kann man von Angesicht zu Angesicht zu ihm reden.  Die Stiftshütte war nur ein mobiler Wohnraum, in dem Gott niemals gewohnt hat. Es war nur ein Bild. Es war eine Hütte, wovon die Außenseite aus Brettern bestand, aus normalem Goferholz, Bild unseres menschlichen Daseins, Bild von ganz normalen Menschen. Tabernakel bedeutet dann auch Bretterhütte. Das Wort Taverne ist davon abgeleitet. Die Innenseite dieser Bretterwand war mit Gold überzogen und das ist Bild deines Inneren, des gläubigen Menschen. Denn Gold ist immer Bild des Vertrauens, unvergängliches Gold.
Das war ein aufsehenerregendes Geschen im Himmel ! Die Engel haben vor Freude gejauchzt. Endlich ist das gekommen, worauf die ganze Schöpfung gewartet hat. So ist es den Gläubigen möglich geworden, der göttlichen Natur teilhaft zu werden. Das ist Kern der Sache. Man kann endlos an sich selbst arbeiten und sich Therapien unterziehen. Schöne Sachen! Alles erlaubt. Aber Gott sagt: Wenn du meine Natur übernimmst, meine Gedankenwelt, wenn du dich danach sehnst, daß Christus in dir lebt, dann wird deine Persönlichkeit wie von selbst wiederhergestellt.  Jedenfalls, so bin ich selbst auch wiederhergestellt, d.h. ich bin noch mittendrin, in dieser Wiederherstellungsarbeit. Ich spüre aber, daß es so funktioniert. Ich werde, wer ich in Wirklichkeit bin, weil ich mich stets mit dem Königreich Gottes beschäftige. Und Leute können an mir entdecken, dass bei mir was schief gegangen ist, oder das mir was fehlt.  Und ich möchte damit auch im Bilde sein. Die Heilung kommt aber vom Vater.
Gott ist also verborgen in Menschen. Jesus war hier incognito. Fast kein Mensch erkannte, wer er in Wirklichkeit war. Incognito. Sagen wir mal: incognito bedeutet buchstäblich, dass man seinen Namen und seine Qualitäten nicht bekannt gibt. Du sagst nicht, wie dein Name lautet, nicht wer du bist, nicht was du tust. Jesus, ein normaler, jüdischer Name. Daß er der Christus war, war die goldene Innenseite seines Wesens hier auf der Erde. Und seine Qualität hat er auch nicht bekannt gegeben.  Nein, die hat er nur seinen Vertrauten , in den Kammern, erzählt.
 
Denken wir noch mal an das Kohlenfeuer zurück, was in der Bibel auch eine Rolle spielt.Der Hohepriester hatte einen Behälter mit feurigen Kohlen, worauf er Weihrauch auftastete,  Händevoll. Damit ging er in das Heilige der Heiligen. Es war eine große Wolke von Weih-rauch, wovon der Absicht war, daß sie sich über über die Engel auf dem Deckel der Bundeslade ausbreitete, damit Gott sich sozusagen in einer duftenden Wolke verbergen konnte.  Eine schöne Darstellung. Diese glühenden Kohlen bedeuteten aber gleichzeitig Reinigung der Sünden und Reinigung von falschen Gedanken über Gott und sollten diese Reinigung zu Stande bringen. Wenn Jesaja berufen wird,  um Gottes Aufgabe zu erledigen, sagt er: " Ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und wohne mitten in einem Volk mit unreinen Lippen ". Dann fliegt ein Seraphim-Engel zu ihm, der in seiner Hand eine glühende Kohle hat, die er mit einer Zange vom Altar genommen hat. Damit berührt er den Mund Jesajas.
Es geht um ein geistliches Ereignis. Das ist nämlich so wunderbar,  daß Jesaja die Ge-danken Gottes erhält, die wahr und gut sind. Es geht mich darum, daß die Wahrheit über Gott gesagt wird.  Dazu dienen diese glühenden Kohlen.  Es ist so schön, daß Johannes der Evangelist darüber in seinem ersten Brief schreibt.Im 1 Joh. 3, 2-3 steht: "Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden". Das bedeutet also, daß im Verborgenen schon da ist, was wir sein werden. So eine Zukunft. "Wir wissen, daß wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist.  Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich selbst, wie er rein ist".  Hier ist auch die Rede von Reinigung der falschen Gedanken und Ideeen, die wir noch haben. Johannes also verstand genau, was hier gemeint wird. Sünde los werden ist eins aber das größte Geheimnis Gottes, das er schon vor Grundlegung der Welt hatte und verborgen hielt, ist seine Absicht, jemand bei sich, neben sich,  zu haben. Dieses Geheimnis wurde zuerst in Christus offenbar, es befindet sich aber auch in dir. Dieses große Geheimnis Gottes ist in dir und darüber sollst du schweigen. Das ruft man nicht aus! Denn, steht in den Sprüchen Salomos: Sonst machst du aus deiner Quelle Wasser von den Plätzen (Spr.5,16).
Es ist ein Geheimnis und wenn jemand danach fragt, erzähle davon in Form eines Gleichnisses, einer Illustration. Das alles entfaltet sich in der Frau. Die Frau, alle christliche Gläubige der Welt, ist schwanger. Der Samen Gottes ist in ihr  gesät durch den Sohn und entwickelt sich weiter in der Gebärmutter. Wir sind ein Volk das schwanger ist, das etwas erwartet. Wir sind durch das Wort, den Samen Gottes, befruchtet. Und wer ist unser Ehemann? Jesus. Wenn über die Frau in Offb. 12,1 geredet wird, dann denken wir auch an den Herrn neben ihr. Er sagt: "Ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung".
Das ist die Hand des Mannes, der seine Ehefrau festhält, ihr Mut macht, sie beschwichtigt. Da ist Er, neben seiner Frau. Und Maria ist ein schönes Beispiel für die Gemeinde. Wenn sie durch den Engel erfährt, dass sie ein Kind bekommen wird, dann spricht sie zu ihm: "Es geschehe mir nach deinem Wort".
Abraham hat seinen Glauben und seine Hoffnung auch lebendig gehalten, trotz allen Widerstands. Durch diesen seinen Glauben ist Isaak geboren worden, Isaak, ein Bild Jesu Christi. Lesen wir mal Hebr. 11,1: "Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht". Vertrauen ist der Anker der Dinge, wovon du schwanger bist. Das finde ich schön. Der Glaube ist also die Basis dessen, was man hofft. Und worauf stützt sich diese Basis? Die muß sich doch auf irgendetwas stützen? Ich sage es dir: Auf den Glauben von Gott selbst.  Mein Glaube stützt sich auf den Glauben Gottes. Und meine Hoffnung stützt sich auch auf seine Hoffnung.  Darum sagt Jesus irgendwo: "Habe den Glauben Gottes. (Mark. 11,22). Habe den Vertrauen Gottes, daß alles in Ordnung gehen wird". In anderen Worten: Wenn du Gott ins Gesicht schauen würdest und fragen würdest: "Glaubst du das" dann würde er nicken. Er hat Glauben und Vertrauen in dem, was er in uns gesät hat, wofür der Sohn sein Leben gegeben hat. Das steht alles in Psalm 139: Die Bildung des Christus in der Gebärmutter. Gebärmutter. Dieses Wort bedeutet in der ursprünglichen Hebräischen Text "die zarte Liebe Gottes".  In dieser Liebe bist du eingebettet. Wir befinden uns in der Gebärmutter. In einer Zeitschrift las ich, daß die Gebärmutter 100% bakterienfrei ist. Und irgendwo anders las ich, daß sie der sicherste Platz für ein Baby ist: Stoßsicher und immer die richtige Temperatur. Die Gebärmutter ist die zarte Liebe Gottes.
 
An was denken wir, wenn wir uns die Geburt vorstellen? Halten wir die Hoffnung lebendig? Petrus schreibt über eine lebendige Hoffnung. In den Jahrhunderten nach Christo ist die Hoffnung fast gestorben. Wer lebt noch in dieser Hoffnung? Übrigens, umso mehr du danach langst, umso mehr du unterdrückt wirst. Denn der Satan will nicht, daß sein Erzfeind, der Christus, offenbar wird. Die Geburt findet also unter Wehen statt. Das kann man in Röm.8, 22-23 nachlesen. Die ganze Schöpfung seufzt, die unsichtbare Welt seufzt und der Geist des Menschen, das Totenreich auch und die Welt, sie seufzt und liegt in Geburtswehen. Und viele unterscheiden das nicht, aber das wird verursacht durch die Tatsache, daß der Christus nach und nach zum Vorschein kommt. Darum leidet die Welt, sagt Paulus. Und ich muß das bejahen.  Jede Geburt ist mit Mühsal, Blut, Seufzen und Widerstand verbunden. Schmerzen steht im 1.Mose 3,16. Das ist keine Erfindung Gottes sondern des Teufels. Es ist schrecklich. Immer gegen das Leben. Und die natürliche Geburt Jesu war auch nicht ohne Mühsal und Kummer  sondern er wurde unter römischer Herrschaft irgendwo in  einem Stall geboren. Und was zu denken vom Kindermord? All diese Kleinkinder von 0 bis 2 Jahren, ermordet. Das ist das Blut, was die natürliche Geburt Jesu schon gekostet hat. Es ist grausam. Wir haben wirklich mit einem Widersacher zu tun. Schlange heißt er, und das ist nicht umsonst. Der Drache, der nicht will,  daß Gott in Menschen sichtbar wird. Ich sage nur : Sei auf der Hut. Sei auf der Hut, wie oft sagt Jesus das nicht? Wachet, bleibt wach, döse nicht vor dich hin, geist-lich gesprochen. Wachet und betet, wenn du betest, daß du nicht in Versuchung geführt wirst. Das sind auch Geburtswehen, Verführungen, Versuchungen, denn als Jesus sich taufen ließ, als Bild seiner Wiedergeburt - denn  Er ist auch von neuem geboren worden - und zunächst mit dem Hl.Geist getauft wurde, ging er zuerst in die Wüste.
Denn er wurde dorthin geführt durch den Hl.Geist. Er musste sozusagen erst ein Praktikum machen. Er musste allen möglichen Verführungen und Versuchungen Widerstand leisten. Kann man sich vorstellen, daß das eine sehr schwere Zeit für ihn gewesen ist.  Stell dir mal vor: Ohne Nahrung, Tag und Nacht angegriffen und verführt werden, vor allem in der Nacht.  Das kennt ihr vielleicht auch, nachts ist oft viel schwieriger als am helllichten Tag. Was ist die älteste Verführung? Da sind Adam und Eva auch in die Irre gegangen? "Wie Gott sein wollen" ist die größte Verführung. Sei es auf die Art und Weise des Teufels, wie Gott sein wollen.  Das hörte Jesus auch: Wirf dich vom Tempel hinab. Eine Verbeugung und die ganze Welt gehört dir. Ich kenne Politiker, die es sofort tun würden.  Das ist eine Versuchung. Sei auf der Hut, das ist möglich. Weißt du wie? Unter der Obhut eines Hirten, der über deine Seele wacht.  So wacht man über einander. Sei auf der Hut, bleibt unter seiner Obhut. Ihr versteht, worauf ich ziele.
Ich habe wohl mal gebetet, und tu das öfters, weil man Angst hat, etwas könnte schief gehen. Eine unbestimmte Angst. Und jedes Mal weist Jesus mich darauf hin, wo er sagt: Bleibt in mir, wie ich in dir bin. Das ist dein Geheimnis. Dann habe ich ihn gefragt: Wie hast du das geschafft, wie hast du ausharren können? Du hattest ja schreckliche Erfahrungen, der Tod am Kreuz ist doch etwas Furchtbares? Brauchtest du nachher keine Therapie?
Und dann bekam ich durch den Hl.Geist, die Antwort: "Weil mein Vater mich liebt, weil diese Liebe so stark ist". Die Liebe Gottes geht ja niemals kaputt. Zweitens: die Liebe zu den Mitmenschen. Denn sonst wäre er selbst nur alleine gewesen um selbst vollkommen zu werden. Er sagte aber: "Ich tu es eben für die Menschen". Diese zwei Arten von Liebe sind einander gleich. Gott lieben und deinen Nächsten. Die sind einander gleich und haben sich in Jesus vereint.  Ich möchte es mal so sagen: So ein Mensch! Es rührt mich noch immer. Und mit ihm sind wir geistlich verheiratet, weil wir durch den Hl.Geist mit ihm Gemeinschaft haben. Jesus hat also auch unter Wehen leiden müssen, bevor er als Heiland der Welt auftreten konnte.  Es gibt noch einen Aspekt, nämlich, dass er dich so gut verstehen kann. Wenn du leidest, weiß er, was das bedeutet. In Hebr.4,15 steht: "Wir haben einen Hohenpriester, der Mitleid hat mit unseren Schwachheiten".  Ist das nicht wunderbar? Er verfügt über ein sehr kräftiges empathisches Vermögen. Wir erwarten also die Offenbarung des Christus in uns. Daran hatte Gott schon immer gedacht: Der war. Es fängt an, sich zu entwickeln: Der ist. Es kommt ans Licht : Der kommt. Das ist mit Wehen verbunden. Darum heißt dieser Weg auch der schmale Weg. Warum ist dieser Weg so schmal? Weil er von allen Seiten bedrängt wird. So steht es im griechischen Text : Du wirst bedrängt, einfach nur so, geistlich, du wirst widerstrebt, auch körperlich, damit nur nicht zum Vorschein kommt, wovor der Teufel sich fürchtet. Ja, der schmale Weg ist ein Weg der Bedrängnis. Das schönste Bild davon ist der Geburtskanal. Denn bevor das Verborgene offenbar wird, muß es sich erst durch etwas hindurcharbeiten. Das nenne ich den Geburtskanal, den schmalen Weg, die Mühsal und die Versuchungen. Es gibt eine Vesuchung, die alle Propheten kennen: Hör' doch damit auf! Stopp! Es dauert schon so lange. Es ist genug gewesen. Was hat es dir gebracht? Das ist eine schwere Versuchung !
Ein andere Ursache, die deine Freude unterminiert, ist Ärger. Ärgerst du dich noch? Dann gibt es ein Loch im Krug deiner Freude und hörst du nicht mehr was gesagt wird, denn du ärgerst dich nur noch. Es werden Tage kommen, wo die Leute sich sehr an euch ärgern werden. Warum? Weil du unschuldig bist. Reine Unschuld, ohne daß dir etwas vorzuwerfen ist, ärgert man sich an dich. Du redest so merkwürdig und du denkst, daß du alles weißt. Sie ärgern sich, weil sie gar nicht wissen, was Gnade bedeutet. Der größte Widerstand kommt aber seitens jener Leute, die behaupten, an Gott zu glauben.  Aber das ist ein anderer Gott. Jesus erfuhr das Gleiche. Bei den Heiden war er herzlich willkommen. Trotzdem liebte er jene Gläubigen, die auf dem falschen Weg waren und versuchte, ihnen die Augen zu öffnen. Aber gerade von diesen Leuten wurde er gegengearbeitet.
Jetzt lesen wir einen Vers aus Hebr.6, 12:  "Wir wünschen aber sehr, daß jeder von euch denselben Eifer um die volle Gewißheit der Hoffnung bis ans Ende beweise".  Das ist die Geburt der Hoffnung und Erwartung Gottes.  Wenn wir uns nur danach ausstrecken, sonst werden wir träge. Dann lebt man von einem Sonntag in den anderen hinein. Ja, so wird das gehen. Das ist schade, denn dann bist du schon träge geworden. Nachahmer derer, die durch Glauben und Ausharren die Verheißungen erben. Tag und Nacht beschäftigten sie sich damit, sich danach auszustrecken. David sagt in Psalm 25,5: Auf dich harre ich den ganzen Tag (oder täglich). David, hast du nichts besseres zu tun? Ich harre auf Ihn den ganzen Tag. Über diese Aussage sollte man nachdenken.  Den ganzen Tag harrte er auf den Herrn und hat die Verheißung nicht gesehen. Weil er aber ausharrte, hat er die Erfüllung inzwischen doch erfahren. Es ist so schön, auf die Offenbarung der Herrlichkeit Gottes zu harren. Über dieses Wort "Herrlichkeit" ist auch immer viel zu tun. Was bedeutet das eigentlich? Darüber ist man immer so aufgeregt. Aber was bedeutet es im Grunde genommen? Am Einfachsten drücke ich es so aus: Das Dasein des Vaters mit allen Aspekten seines Wesens.  Das ist herrlich. Wenn sein Wesen mal offenbar wird. In Röm.8,24 sagt Paulus: "Auf diese Hoffnung hin sind wir errettet worden". So lange ich in dieser Hoffnung lebe und sie hege, ist das meine Rettung. Dann irre ich nicht ab. Ich halte die Hoffnung lebendig. Es ist unsere Rettung durch Wehen hindurch.  Ich redete mal mit einer Frau, die ich fragte nach ihrer Hoffnung und Erwartung. Sie antwortete: Es gibt in der deutschen Sprache einen Ausdruck für die Lage, in der man ein Kind erwartet und der lautet: "guter Hoffnung sein".  Hoffnung und Erwartung. Die Hoffnung habe ich in mir selbst als ein Kind, das zum Vorschein kommen wird, aber erst als erwachsenes Kind. Das wird also eine schwere Geburt sein. Denn hier handelt es sich um Offb. 12. Hier wird ein Kind geboren, es steht aber auch dabei, dass es sich um einen Mann handelt! Das wird also eine schwere Geburt. Ganz schön zusammengefasst steht es in Pred.11,5: "Wie du den Weg des Windes nicht kennst, und nicht die Gebeine im Leib der Schwangeren, so kennst du das Werk Gottes nicht".  Hier erkennt man eine dreifache Parallele:
Das Werk des Hl.Geistes, das ist der Weg des Windes
Die Gebeine im Leib der Schwangeren: Das ist der Christus in uns; die Gebeine bedeutet im Hebräischen Identität.
Das ist das Werk Gottes.
 
Wird das aber schön kryptisch umschrieben. Durch den Hl.Geist wird die Bedeckung weggenommen und jetzt verstehen wir, daß das Buch Prediger, das ich früher ein etwas negatives Buch fand,  das ganze Werk Gottes in einem Vers als Bild darstellt . Es geht alles um die Entwicklung des Christus in uns. Der Brief des Paulus an die Kolosser ist schwanger von Hoffnung. "Sofern ihr im Glauben gegründet und fest bleibt und euch nicht abbringen lasst von der Hoffnung des Evangeliums". Du aber, o Mensch Gottes, fliehe diese Dinge. 1.Tim.6,11. Es geht dann wie von selbst in Ordnung mit deinem Mensch-sein. Es ist die Stimme Gottes, die sagt: Kommet zum Vorschein, mein Nachwuchs. Das steht auch in einem Gedicht, das Paulus zitiert: Wir sind auch sein Geschlecht". Kol.1,23: das Evangelium, das ihr gehört habt, das in der ganzen Schöpfung unter dem Himmel gepredigt worden ist, dessen Diener ich, Paulus, geworden bin.  Jetzt freue ich mich in den Leiden für euch. Was sind das also? Das sind die Geburtswehen. Paulus denkt: ich beharre in diesen Wehen, denn dann bekommt Christus seine Gestalt in uns.  Er ist eine gute Mutter, eine geistliche Mutter. Die Drangsale des Christus, hier sind sie. Vers 25: Um das Wort Gottes zu vollenden! Was bedeutet das?  Das bedeutet, dass der Samen Gottes in dir lebendig geworden ist und zum Menschen Gottes wird. Denn die Liebe sucht, was des anderen ist! Sie sucht nicht das Ihre. Wie viele Menschen gibt es nicht, die endlos auf der Suche nach sich selbst sind? Ich kann das verstehen, in dieser Zeit der Spiritualität. Eine Leiter nach der anderen wird Richtung Himmel aufgestellt. Denn irgendwo soll etwas sein, wodurch ich meine Identität bekomme. Die Liebe ist nicht auf der Suche nach sich selbst. Gott sucht sich selbst nicht. Er sucht dich! Kommst du? Komm nur einfach. Das Wort Gottes vollenden. Ach, wie schön, das kann sogar ein Kind verstehen. Das Wort wird wieder Fleisch.
Solange die Schöpfung noch krank ist, finde ich Barmherzigkeit schön. Wenn von dir gesagt werden kann: Die Barmherzigkeit ist in dir fleischgeworden.  Ich kenne auch Leute, die fleischgewordene Faulheit sind. Wirklich, das Fleisch regt sich nicht länger, es sitzt auf einem Couch und zappt sich durch die Fernsehprogramme. Noch ein anderer Text: Es ist das Geheimnis, das von den Weltzeiten und von den Geschlechtern her verborgen war... und jetzt kommt es... jetzt aber seinen Heiligen offenbart worden ist. Das wird zunächst "in seinen Heiligen offenbar"...."Ihnen wollte Gott kundtun, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Nationen sei, und das ist: Christus in euch".  Hier steht unser Evangelium in der Nussschale. Die Erwartung der Herrlichkeit Gottes. Also Christus in euch. Wie spricht man dann über euch? Dasselbe, was über deinen Führer Jesus gesagt wurde: voller Gnade und Wahrheit. Du bist voller Gnade und Wahrheit. Also, aus der Fülle des Herzens redet der Mund... Dein Reich komme. Wo ist dieses Reich? Gott sagt: In deinem Innern. Lass es einfach zum Vorschein kommen. Halte die Hoffnung Gottes lebendig und lass sie stärker werden. Wenn wir das tun, dann erkennen wir soviel in einander. Hierüber bin ich sehr begeistert. Dadurch werden wir nicht alt sondern jung. Amen. So ist es.
 
Wie sollen wir beten? Dein Reich komme, dein Wille geschehe, dann werden wir vom Bösen erlöst. Rührend schön. Man könnte alles in einem kleinen Satz kurz fassen. Es rührt mich zutiefst, wie liebenswürdig Gott ist. Denn alle Hoffnung, alle Erwartung, sein Glauben, sein Vertrauen, ist alles in seine Liebe eingebettet. Wir wollen niemals mehr für irdische, natürliche Sachen beten, denn unser Vater weiß, was wir brauchen. Das einzig Wichtige ist nur dies. Das sagt er auch Maria, der Schwester von Martha. Ein Ding ist not. Nach und nach nähern wir uns dem Punkt, wo wir wissen, was das eine Ding ist  und alles andere geht wie von selbst in Ordnung. Hüte deine Hoffnung.
 
Amen
 
 
Vater, wir beten zusammen, dass wir, im größten Vertrauen auf dich, deine Hoffnung, deine Erwartung festhalten und hüten werden in der Gebärmutter deiner zarten Liebe, damit verwirklicht wird, was du vorhast: Eine geistliche Menschheit, mit der du in Ewigkeit zusammen leben wirst.
 
Amen.