Monday, September 23, 2019

“He’s got the whole wide world in His hands”

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In Ihm, EPHESER 1 3—6
Predigt von Duurt Sikkens

 
Guten Morgen, liebe Schwestern und Brüder.
Lesen wir zunächst Eph. 1 3-6:

‘Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns mit jedem geistlichen Segen gesegnet hat in den himmlischen Regionen durch Christus; wie er uns in ihm auserwählt hat vor der Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos wären vor ihm; und aus Liebe hat er uns vorherbestimmt zur Kindschaft gegen ihn selbst [in einer anderen Übersetzung steht hier seine Söhne zu werden]durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Preise der Herrlichkeit seiner Gnade, mit welcher er uns begnadigt hat in dem Geliebten;’

Wollen wir zunächst mal von diesen Versen ausgehen.
Kennt ihr die dreidimensionalen hölzernen Würfel? Das sind jene kleinen Würfel, die alle aus einzelnen Teilen bestehen und die man auf eine ganz spezielle Art und Weise zusammenzusetzen hat, und die, wenn alles zueinander passt, ein Ganzes bilden. Man muss jedoch wohl wissen, wie.
Vor einigen Jahren fragte ich den Herrn mal über die Geheimnisse seines Reiches.
Ich fragte ihn, ob wir dem wert seien. Seine Antwort lautete: „Solange du ein Geheimnis hütest, bist du dem wert.“ Könnt ihr euch noch daran erinnern? Und danach haben wir viel erhalten, muss ich schon sagen, denn, wenn ich mir alle Teile dieses Würfels, die, wenn sie nebeneinander liegen, kein zusammenhängendes Ganze bilden, mal betrachte, dann bringen all diese Teile zusammen zum Ausdruck: „Gott ist gut!“
Wir sprachen miteinander von der Stille. Wie wichtig es ist, dass es still in uns ist. Wir sprachen von der ‚parousía’, dem Wirken des Geistes, von der Unauffälligkeit, dem Vertrauen. Alles Aspekte, um Mensch Gottes bei den Menschen zu sein. Meine Frau fasste dies mal in Worte, indem sie sagte, dass Gott bat: „Bitte, hilf mir, die Menschen spüren zu lassen, dass ich gut zu ihnen bin!“
Und wenn man sich nun all diese kleinen Teile ohne Zusammenhang ansieht und denkt: „Ja, aber wie funktioniert das nun!“ Dann, auf einmal, bemerkt man, dass sich alles zusammenfügt. Und damit meine ich nicht allerhand Predigten, sondern Gedanken, Entwicklungen in uns selbst, sodass Gottes Gedanken in uns Fleisch werden. Ich meine, du kannst fortwährend über Gott reden, hast du aber selbst seine Stille in dir? Bist du zuverlässig? Es gilt, dass sein Wort Mensch wird. In unserem menschlichen Leben entwickeln sich Gottes Eigenschaften. Dieses Unauffällige Gottes hat in dir Gestalt angenommen, oder musst du noch immer auffallen?
Versteht ihr?
Wenn man dies einander gegenüberstellt, dann kommt man schon dahinter. Oder wenn man bescheiden ist, ist das Wirklichkeit, oder schauspielert man in der Art wie: „Schaut mal, wie bescheiden ich bin!“ Nun, dann hat es in dir noch keine Gestalt angenommen. Man bemerkt, dass es ein Entwicklungsprozess ist.
Johannes sagt in Joh 1 3 :
‚Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.’
„Alles wird,“ sagt er. Das ist schön: „werden“. Es kommt darauf an, dass Gottes Wesen in dir „wird“. Dann entsteht etwas. Und diesen Würfel fand ich schön! Und wisst ihr, warum? Wenn all diese Gedanken Gottes in uns Gestalt annehmen, dann spüren wir, dass sich alles zusammenfügt, so wie das in Eph 4 16 auch deutlich gesagt wird. Die Gedanken, die in unserem menschlichen Leben Fleisch werden, fügen sich zu einem Ganzen zusammen. Von außen sieht man nur einen kleinen Teil, von innen ist das viel mehr. Augenscheinlich habe ich nun die Länge, die Breite und die Höhe. Was man jedoch nicht sehen kann, ist das Allerschönste: die Tiefe: „.......... damit Christus durch den Glauben in eurem Herzen wohne. In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet“, sodass ihr dann, und jetzt kommt es, „zusammen mit allen Heiligen dazu fähig sein sollt, die Länge, die Breite, die Höhe und die Tiefe zu ermessen und die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt.“ (Eph 3 17-19)
Ein einzelner Teil hat an und für sich keine Funktion, wenn er nicht Teil eines größeren Ganzen wird. Und in diesem Stadium befinden wir uns nun. Dass wir zusammengefügt werden, dass wir uns gegenseitig anschauen und in unseren Augen das Geheimnis sehen, das wir als Geheimnis zu hüten haben. Und als ich darüber nachdachte, fügten sich all diese Predigten, oder besser gesagt, all diese dargereichten Gedanken zu einem größeren Ganzen zusammen.
Warum habe ich nun das Bild eines Würfels genommen? Nun, da ich es ein sehr schönes Bild fand. Und warum? Weil das Allerheiligste im Alten Testament eine Würfelform hatte. Von außen konnte man nicht erkennen, was sich drinnen befand. Da befand sich nämlich die wunderschöne Bundeslade. Ein kleiner akazienhölzerner mit Gold überzogener Kasten. Zwei Engel, Cherubinen, oben auf der Deckplatte streckten die Flügel über die Lade aus, um das Geheimnis abzudecken, abzuschirmen. Das Geheimnis, Gott selbst! Und die Bretter, aus denen das Allerheiligste hergestellt wurde? Aus Akazienholz aus der Wüste. Sie waren mit Gold überzogen. Und das ist ein Bild des inneren Menschen. Ein goldener Mensch, der Mensch des Glaubens.
Und da fühlt Gott sich zuhause. Und wenn man den Vorhang zwischen dem Heiligtum und Allerheiligsten aufschob, was konnte man da eigentlich erkennen? Nicht viel, denn da gab es kein Licht, da war es dunkel. Der Fremde, der Gott nicht kennt, tappt im Dunkeln und erkennt nicht, dass Gott Licht ist? Ja, er ist es selbst. Das rührte mich sehr, als ich dies erkannte. Denn manche glauben, dass die Liebe eine der Eigenschaften Gottes ist. Nein, er ist Liebe, sein ganzes Wesen. Er ist Liebe und etwas anders ist er nicht. Er tut keiner Fliege etwas zuleide, denn Böses fällt ihm nicht ein. Das ist nicht seine Art. Und nun zu Ephesern Kapitel 1. Die Präposition „in“ in den ersten Versen habe ich unterstrichen. Paulus hat sich hier in sprachwissenschaftlicher Hinsicht ein Spiel erlaubt. Dadurch hat er es den Übersetzern erschwert, diese Sätze richtig zu übersetzen.
‚der uns mit jedem geistlichen Segen gesegnet hat in den himmlischen Regionen durch Christus
‚wie er uns in ihm auserwählt hat vor der Grundlegung der Welt’
‚mit welcher er uns begnadigt hat in dem Geliebten’
in ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut’
Da steht also, dass der Vater unseres Herrn Jesus Christus uns mit allem geistlichen Segen gesegnet hat, uns ‚in’ den himmlischen Regionen gesegnet hat; er hat uns auserwählt ‚in’ ihm vor der Grundlegung der Welt; er hat uns begnadigt ‚in’ dem Geliebten.
Wenn wir uns dessen bewusst werden! Bevor er was auch immer schuf, vor Milliarden von Jahren, niemand weiß, wie lange das her ist, war sein erster Gedanke: „Jemand wie ich“. Und diesen Jemand nenne ich Christus. Jemand, in dem sich derselbe Geist befindet, wer ich bin. Seien wir uns dessen bewusst, dass das der erste Gedanke Gottes ist, den er zuletzt, vor der Schöpfung der Welt zur Ausführung brachte. Er schuf zunächst alle Bedingungen und zuletzt gestaltete er schöpferisch seinen ersten Gedanken. Sein erster Gedanke hat er zuletzt zur Ausführung gebracht:
„Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich“ (Gen 1 26).
Ja, also dieser erste Gedanke Gottes gestaltete sich in Jesus, das ist der letztendliche Gedanke Gottes gewesen. Und deswegen nennt sich Jesus auch das „Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte“. „Und ich bin es auch geworden. Es ist in mir offenbar geworden.“ Dafür dankt er seinem Vater.
„Vater, verherrliche mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.“(Joh 17 5).
Der „Christus“ ist mehr als Jesus. Christus, das ist Jesus als Haupt und alle Menschen, die auch gesalbt und mit dem Heiligen Geist getauft worden sind und in denen sich der Geist offenbaren kann. Dieser Jesus plus die Gemeinde, das ist Christus. Man kann dies mit einer Frau vergleichen. Dann fügen sich viele Einzelteile eines Puzzles zusammen, wobei Gott der Ehemann ist. Die Gemeinde ist die Braut. Letztendlich heiratet Gott sie. Das ist die Hochzeit des Lammes. Denn das Lamm hat uns schon geheiratet, ist schon mit uns verheiratet. Das ist ein Bild, das in diesem Epheserbrief ausgearbeitet wird: Ehemann- Braut, Ehemann-Ehefrau.
Ich fand es immer so merkwürdig, dass Paulus sagt, dass der Leib des Mannes eigentlich die Frau sei. Er sagt, dass das ein großes Geheimnis sei. Und das verstand ich nicht von ihm. Paulus, wie kannst du das ein Geheimnis nennen? Was ist so geheim daran? Wenn man dies nicht richtig liest, bleibt es auch ein großes Geheimnis, bis man nach und nach anfängt, die Sachen zu verstehen. Und das ist ausschließlich möglich, wenn man ‚in Liebe gewurzelt und gegründet’ ist, sodass man es gemeinsam mit allen Heiligen ergründen kann. Sonst ergründet man es nicht. Wenn man allein vor dem Schreibtisch sitzt, zusammen mit dem Herrn, kommt man nicht dahinter. Wohl jedoch gemeinsam mit den Heiligen. Die Gemeinsamkeit, die Schwestern und Brüder, bildet hier den Kern. Das finde ich schön. Das rührt mich!
Und dann kann man auch ein Geheimnis hüten. Denn das ist die ‚parousía’. Und was im Alten Bund über den Christus geweissagt wurde, bezieht sich nicht nur auf Jesus. Es wird über den Christus geweissagt. Und das ist einschließlich derjenigen, die zu ihm gehören. Was über das Haupt gesagt wird, wird auch über den Leib gesagt. Jesus hat den Großteil in Anspruch genommen. Denn ohne Haupt kein Leib. Und der Herr hat gelitten! Und wie!! Wie bei einer Geburt, wo zunächst der Kopf und danach der Körper zum Vorschein kommt. Er hat so viele Schmerzen erlitten. Und beim Kopf fängt es an. Und wie er all diese Wehen durchstanden hat........... aber dort, tief in ihm, da steckte die Liebe. Gottes Liebe. Die Agápe, das ist die selbstlose, nicht-menschliche Liebe. Die menschliche Liebe ist ein Schatten davon. Die Agape ist die Liebe Gottes. Was also geweissagt worden ist, gilt auch uns.
„Habt ihr nicht gelesen,“ sagt er seinen Jüngern, „dass der Christus viel leiden muss?“ Und das fanden sie überhaupt nicht schön.
Aber dann liest man es nicht richtig, denn, was dem Herrn gilt, gilt auch dem Diener. In Mt 10 24 sagt der Herr:
„Ein Jünger steht nicht über seinem Meister und ein Sklave nicht über seinem Herrn.“
Es gibt welche, die behaupten: „Mit dem Herrn geht alles gut. Kein Leiden. Halleluja! Viktoria!“
Jetzt mache ich eine kleine Abschweifung vom Thema: Gott ist Licht. Wie man es nun auch dreht und wendet: Gott strahlt ausschließlich Licht aus. Etwas anders als Güte geht nicht aus Gott hervor. Und Licht ist ein Bild des Lebens. Und Leben heißt für mich zusammenleben, sonst habe ich kein Leben.
Dann dachte ich: Was geht aus mir hervor, wenn ich unter Druck stehe? Was glaubt ihr? Wir können uns selbst diese Frage stellen. Was geht aus uns hervor, wenn wir unter Druck gesetzt werden? Wenn wir ungerecht behandelt werden. Wut? Angst? Rachegedanken? Ja, die kamen aus mir zum Vorschein. Und wie lange hat das nicht gedauert, dass ich mir das abgewöhnt hatte! Oft sind solche Reaktionen die Folge tiefer Wunden, und kann man nicht damit umgehen. Bevor ich mich gestern Abend schlafen legte, las ich noch einige Verse aus Jesaja. Es handelte sich u.a. um die Rache Gottes (Jes 35 4). Und woran erkennen wir die Rache Gottes?
‚Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, auch die Ohren der Tauben sind wieder offen.
Dann springt der Lahme wie ein Hirsch, die Zunge des Stummen jauchzt auf.’
Nun, das ist aber eine Form des Rachenehmens, die eigentlich nicht von dieser Welt ist! Ja, unglaublich! Die Rache Gottes! Dann dachte ich: Ja, das ist mein Vater! Ja, Jesaja, du hast es gesehen!
Als Jesus unter Druck gesetzt wurde, zeigte er nur Gnade. Er stand unter Druck und blieb gut. Man kann noch so unter Druck gesetzt werden und braucht trotzdem seinen Wert, seine Würde nicht zu verlieren. Papst Johannes Paulus II. hatte das vor einiger Zeit in Toronto gesagt. Das ist eine schöne Aussage!
Nun, ich verstehe allmählich, was das Geheimnis „vor der Erschaffung der Welt“ beinhaltet. Man beschäftigt sich dann mit den geistlichen Dingen, den unirdischen Dingen. Und für viele sind die himmlischen Regionen weit weg. Wir befinden uns jedoch mittendrin. Sie befinden sich um uns herum. Gott ist dabei, ein Geheimnis zu gestalten. Er tut das denn auch im Geheimen, wie er das auch bei Jesus getan hat. Nie hat Jesus laut gesagt: „Die Schöpfung wartet auf mich, den Sohn Gottes.“ Er hat nie zu seinen Jüngern gesagt, wer er eigentlich war. Er konnte ein Geheimnis hüten.
Und was heutzutage in den religiösen Supermärkten verkauft und umgesetzt wird, wird von einem anderen Geist inspiriert. Sonst kann ich es nicht erklären. Das kostbare Evangelium ist kein Vergnügungspark. Es ist schrecklich: ein solches Walt-Disney-Vergnügungspark-Evangelium. Das ist kein Evangelium, ich erkenne nämlich nichts daran. Fühlt Gott sich da zuhause? Was hat er da zu suchen? Im Verborgenen verfährt Gott in all seiner Bescheidenheit. Wie bei einer Geburt, so verborgen wie bei der Entwicklung des Kindes in der Gebärmutter. Man braucht keine willenstarke Gestalt zu sein, kein Mensch mit Ambitionen. An solche Menschen kann Gott keinen Anschluss finden. Er fragt nur: „Traust du mir? Ja? Dann werde ich dafür sorgen, dass du der wirst, den ich in Gedanken habe. Und lass diese Entwicklung in dir zu. Und das ist ein Geheimnis zwischen uns beiden.“ All diese Bücher und Ansprachen über starke Helden: verbrenne sie auf den Scheiterhaufen! Das Reich Gottes besteht nicht aus Karrieremachern. Paulus würde in diesem Zusammenhang sagen: „Ihr seid dann aus der Gnade herausgefallen, denn ihr seid überheblich, ihr handelt in eigener Kraft.“
Liebe Schwestern und Brüder , lasst es bitte an euch geschehen. Und dazu braucht man Glauben! Es ist kein Wettkampf.
Paulus benutzt das Bild eines Wettkampfes. Und ehrlich gesagt: Ich möchte, dass er dieses Bild nie benutzt hätte. Habt ihr euch wohl mal einen Marathonlauf angesehen? Habt ihr wohl mal gesehen, wie die Läufer das Ziel erreichen.......? Ist das das Leben eines Christen? Und bei einem Marathonlauf ist nur der Erste, der Sieger, überaus wichtig. Und ich habe immer geglaubt, dass ‚die Letzten die Ersten und die Letzten die Ersten’ sein werden. Das Evangelium ist kein Wettkampf!
Oder jene Christen, die endlos über das Gesetz sprechen: Man muss so und so leben, denn sonst kann der Herr nichts mit dir anfangen. Endlose Heiligungszusammenkünfte. Und ihr könnt Gift darauf nehmen, wenn solche Prediger das Wort haben, gehen sie von einem Schuldgefühl aus. Und dieses Schuldgefühl wird dir zunächst eingeredet, indem sie dich mit irgendeinem Idealbild vergleichen. Dieses Schuldgefühl wird während der Predigt geschürt, und in einer Kollekte danach steckt nichts Böses.......!
Oder man spricht über biblische Normen und Werte. Welche sind das? Jesus würde sagen: „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Aber ich sage euch.......“ (Mt 5 38). Das waren die alten biblischen Normen und Werte, ich gebe euch jedoch neue. Feinde, wie geht man mit Feinden um. Die Propheten sagen: „Vernichtet sie“. David sagt: „Schleudert sie an die Wand!“ Kennst du die Äußerung?
Zunächst gilt, dass man herausfindet, was ein Feind ist. Denn manchmal nennt man jemanden einen Feind, der überhaupt kein Feind ist. Wenn einer dir etwa etwas sagt, worüber du wütend wirst. Und dann sagst du, dass der andere dein Feind sei. Sei ihm dankbar, dass er dich darauf aufmerksam gemacht hat, was bei dir nicht taugt. Den Begriff „Feind“ darfst du schon mal kritisch untersuchen.
Möglicherweise hat er es ein wenig unbeholfen, ein wenig grob gesagt, du hast jedenfalls hässlich reagiert.  „Feinde kann man lieben,“ sagt Jesus. Nun, das ist einem Menschen nicht möglich. Ja, aber was einem Menschen nicht möglich ist, ist Gott schon möglich. Also, vertraue Gott, dann fängst du auf einmal an, Menschen zu lieben, und kannst du deine Feinde segnen.
Er sagt: „Wenn du DAS kannst, wenn du deinen Feind lieben kannst, DANN bist du ein Kind Gottes. Denn mein Vater ist auch gut, gut für Gute und Böse. Denn, als ich das in Mt 5 44 las, sagte ich: „Das gelingt mir nie!“ Und das stimmt. Das kannst du von Natur aus nicht. Und jetzt haben wir mit dem Geist Gottes die Liebe Gottes in unsere Herzen bekommen, sagt Paulus in Röm 5 5. Und das ist das Licht. Und dann dachte ich: „Wenn ich also ein Kind des Tages bin, bin ich auch ein Kind Gottes. Ich bin ein Kind des Lichtes, dann bin ich auch ein Kind des allerersten Lichtes, das Gott benannte. Das Licht nannte er Tag. Also dieses Licht, das Bild des Lebens: Ich habe teil am Leben Gottes, denn was in Gott ist ....... ja, das bin ich! Ich habe mich zunächst vom wahrhaften Licht bescheinen lassen, und es stellte mich ins rechte Licht. Wer dieses Licht nicht liebt, verschwindet, der will nicht ans Licht kommen und das sind deine Feinde! Ich selbst möchte jedoch so gerne ans Licht kommen, und, als ich erkannte, was alles mir fehlte und wie schmutzig ich aussah, ergab sich, dass dieses Licht so barmherzig war! Ich befand mich nicht inmitten einer Anzahl von Scheinwerfern mit einem gnadenlosen Licht, die Sonne ging jedoch ganz langsam auf und immer mehr Licht beschien mein Leben. Und als dieser Prozess andauerte, dacht ich: „Ach, wie gern möchte ich an diesem Licht teilhaben.“ Und dieser Wunsch wurde erfüllt, indem sein Geist in mich ausgegossen wurde. Nun bin ich selbst Licht und bin imstande, andere ans Licht zu bringen. Dann dachte ich gerührt: „Ich habe also teil am tiefsten Wesen des Vaters.“
Das ist das ewige Licht. Ich bin also von der Zeit losgelöst. Ich bin ein ewiges Wesen. Ich befand mich schon in seiner Gedankenwelt vor der Erschaffung der Welt, denn Gott hoffte auf eine Menschheit, mit der er sein Leben teilen kann. Und so hat er uns in Christus auserkoren. Und „uns“, das ist jeder, der den Sohn annimmt. Ach, ich bin also seit Ewigkeit. Und diese Gedanken wachsen und blühen und erhalten immer mehr Licht. Ich brauche mir also über die Zeit keine Sorgen mehr zu machen, ich brauche mir also über den Tod keine Sorgen mehr zu machen. Denn ich bin ewig. Welche eine Ruhe! Ich bin von der Zeit losgelöst. Das ist unvorstellbar! Und das ist nun der Christus. Ich bin in ihm. In Eph 1 6 steht ‚in seinem geliebten Sohn’. Das ist herrlich, nicht wahr? Und es ist Gottes Werk, nicht unser Werk. Und lasst das an euch geschehen. Glaubt das, ein anderes Mal werde ich damit fortfahren. Über dieses Geschehen.
Wir lesen darüber in Psalm 139. Ich will damit abschließen. Dieser Psalm hat mich zum Nachdenken angeregt. In diesem Psalm steht der Entwicklungsprozess „des Christus in uns“.
Wir haben einige Freunde, liebe Freunde, richtige Freunde. Unsere Freundin wurde schon sooft operiert, denn sie leidet an der non Hotchkin Krankheit, einer Art Krebs. Durch die vielen Operationen hat ihr Körper Narben, sodass die Spuren des Leidens sichtbar werden, aber ........... ihre Seele ist unversehrt.
Wie findet ihr das? In einem Interview sagte sie mal: „ Ich habe Krebs, ja, ich BIN jedoch Eveline.“ Als ich das las, dachte ich: „Was für eine Gedankenwelt steht dahinter! Wie hat sie ihre Würde hochgehalten!“ Denn viele Teile ihres Körpers wurden entfernt, und diese Eingriffe hätten sie als Frau erniedrigen können. Nun hilft sie vielen Menschen, die an derselben Krankheit leiden. Ein schöner Mensch! Und wisst ihr, welcher Psalm ihr Lieblingspsalm ist? Psalm 139. Wenn man dann diesen Psalm mit dem, was ich euch soeben mitteilte, in den Hintergedanken liest, dann liest man diesen Psalm anders. Den Teil ab Vers 13 finde ich sehr schön:
‚Denn du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter.
Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke.
Als ich geformt wurde im Dunkeln, kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, waren meine Glieder dir nicht verborgen.
Deine Augen sahen, wie ich entstand (denken wir an den Fetus, den Embryo), in deinem Buch war schon alles verzeichnet;’
meine Tage waren schon gebildet, als noch keiner von ihnen da war.“
Damit wollte ich beenden. Das sind also die Tage, die herrlichen Tage, an denen wir teilhaben werden, dass wir in der Gebärmutter (das hebräische Wort bedeutet: zärtliche Liebe) im Verborgenen der Mutterschaft gebildet werden. Das Geheimnis Gottes, bis zum Augenblick, wo wir in der Gebärmutter gebildet worden sind, dort werden wir erwachsen und das muss dann noch hervorkommen. Und dieses Hervorkommen, diese Geburt findet unter unglaublichem Druck statt. Und damit ist das Leiden um Christi willen gemeint. Das sind die Schmerzen, die Wehe. Denken wir an Offenbarung 12 2, wo über die Gemeinde geschrieben steht:
‚Sie war schwanger und schrie vor Schmerzen in ihren Geburtswehen.’
Dies wird wohl ‚die große Bedrängnis’ genannt. Es handelt sich hier um die Bedrängnis des Gotteskindes in deinem menschlichen Dasein. Und wenn dieses Dasein unter schwerem Druck steht, dann ist das das Verschmelzen des Göttlichen und deines Menschlichen. Und eben das, das darf nicht stattfinden, ist die Meinung des Teufels. Dass ein Mensch Gottes entsteht, das darf nicht sein. Schon dürfen es Menschen geben, die sehr fromm sind und viel über die Bibel sprechen, viel über Gott sprechen. Das findet schon jahrhundertelang statt. Dass jedoch ein Mensch entsteht, der Gott ähnlich ist, das darf nicht geschehen!
Denken wir etwa an Offb 12 5, wo steht:
Der Drache (also der Teufel) stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte; dort wird man sie mit Nahrung versorgen, zwölfhundertsechzig Tage lang.’
Das ist also ein Entbindungsprozess, der unter gewaltigem Druck stattfindet, um den wir nicht gebeten haben und der auch nicht von Gott ausgeht. Das ist der Druck des Widersachers, weil zwei Gene zusammengeschmolzen sind, und zwar dein Gen und Gottes Gen, sodass wir die göttliche Natur erhalten. Und wo befinden wir uns, wenn zwei Gene zusammenschmelzen, was geschieht dann? Was steht in der Bibel über der Schöpfungsgeschichte? Genesis, also Entstehung, Ursprung. Die Geburtsgeschichte des Menschen Gottes. Herrlich, nicht wahr? Ich rate euch, denkt mal darüber nach. Lest  zuhause noch mal Eph 1 1 – 14 und Psalm 139, und dann vor allem den Teil über deine Gestaltung in der Gebärmutter.
 
Wir wollen beten.
Wir danken dir, Vater, dass wir teil an deinem Wort bekommen haben. Dein Wort war bei dir und du bist es selbst. Und dass dann das über uns gesagt wird, diejenigen, die im Sohne sind, das ist ein herrliches Geheimnis. Ich bete, Vater, dass wir dieses Geheimnis hüten können. Du hast uns durch dein ewiges Wort erzeugt und geboren lassen werden. Wir sind willkommen geheißen worden, erwünscht und wir dürfen leben! Wir sind Kinder deines Lichtes, Kinder des Tages.
 
Amen.