Friday, November 15, 2019

“He’s got the whole wide world in His hands”

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Das Bild Gottes

Eine Predigt von Duurt Sikkens
 
 
Johannes 17 1-5
 
Lesen wir Joh 16 25: „Solches habe ich zu euch in Sprüchen und Bildern geredet.“ Dann sagt der Herr jedoch: „Es kommt aber die Zeit, dass ich nicht mehr in Bildern mit euch reden, sondern euch frei heraus von meinem Vater verkündigen werde.“
Etwas weiter, in Vers 29, sagten seine Jünger: „Siehe, nun redest du frei heraus und nicht mehr in Bildern.“
Ja, der Herr war wohl überrascht, dass die Jünger ihn sofort verstanden, ohne dass die Rede von allerhand Bildern ist.
So wird in anderen Bibelübersetzungen anstatt „ich rede nicht mehr in Bildern“:„ich rede nicht mehr in Gleichnissen“ oder „in verhüllter Rede“ gesagt.
Ja, es ist herrlich, sich mit der Gedankenwelt Gottes zu beschäftigen. Und womit wir uns die letzten Jahre beschäftigt haben: Noch nie habe ich solche schönen Dinge gehört oder gelesen. So schön, so wesentlich, so wirklich!
 
Lesen wir noch einige Verse. Es handelt sich hier um ein Kapitel, das sehr oft gelesen wird, oftmals bei traditionellen Gelegenheiten. Als ich mit der Vorbereitung dieser Predigt anfing, dachte ich: Was wird in diesem Kapitel viel gesagt! Eigentlich handelt es sich um eine kompakte Darstellung von dem, womit Jesus sich immer beschäftigt hat. Und dann schaut er sich die Menschen an, die bei ihm sind und denkt: Sie sind mir immer treu geblieben. Er sagt das einmal in Lk 22 28: „In all meinen Prüfungen habt ihr bei mir ausgeharrt.“ Und DAS ist eine wichtige Aussage! Ihr habt mich nicht verlassen!
Lesen wir zunächst Joh 17 1-5:
‚Dies sagte Jesus. Und er erhob seine Augen zum Himmel und sprach: „Vater, die Stunde ist da [Wir würden sagen: „Es ist soweit“]. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das ist das ewige Leben: dich , den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.“
Wir alle kennen den Ausdruck: ‚Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott’ (Joh 1 1).
Der Gedanke Gottes. Gott möchte sich so gerne äußern. Und die Äußerung eines Gedankens ist ein Wort. Aus diesem Grund heißt Jesus auch: „das Wort Gottes“ (Offb 19 13). Und ein Gedanke ist unsichtbar. Ein Wort ist ebenfalls unsichtbar, man kann es jedoch wohl hören. Wir beschäftigen uns mit unsichtbaren Dingen. Gott und derjenige, über den er sich äußert, gehören zusammen wie Gedanke und Wort. Das Wort macht eigentlich den Gedanken hörbar. ‚So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi’ sagt Paulus in Röm 10 17. Und das finde ich schön. „Wer mich hört, hört den Vater,“ könnte Jesus sagen. „Ich bin sein Wort, und er möchte sich so gerne äußern.“ Dann erhebt er die Augen zum Himmel.
Das hat Johannes einzigartig beschrieben!
Es heißt hier: Er schaut in die unsichtbare Welt des Vaters. Das ist die Wirklichkeit Gottes. Und dann fängt er zu reden an. Und man sieht, dass die Jünger ihm zuhören. Und darüber freut sich Jesus sehr. Wohlgemerkt kurz vor seiner Festnahme, seinem Verrat, seiner Kreuzigung, seinem Tod. Dem sah er mit Schrecken entgegen , innerlich freut er sich in großem Maße! Das sagt er auch in Joh 17 13: „damit sie MEINE Freude in Fülle in sich haben.“ Denn, warum freut er sich so? Dass die ihm anvertrauten Menschen glaubten, was er sagte. Dass sein Wort gehört wurde, trotz den schrecklichen Dingen, die auf sie herangestürmt kamen; sie glaubten ihm.
„Vater,“ sagte er, „es ist soweit.“ Was alles hat er sich gedacht, als er das sagte! Und dann bittet er den Vater: „Verherrliche deinen Sohn!“
Was heißt verherrlichen eigentlich? Damit ist keine tanzende, jauchzende, springende Menschenmasse gemeint. Das Wort VERHERRLICHEN hat eigentlich zwei Bedeutungen. Die erste Bedeutung, das Stammwort, ist ‚Meinung, Auffassung, Gedanke’, das griechische Wort doxa’. Die andere Bedeutung ist „glänzen“. Und wie kann ich nun einen Zusammenhang zwischen den Begriffen ‚Meinung’ und ‚Glänzen’ herstellen?
Eigentlich ist es ganz einfach. Die Gedankenwelt Gottes ist glänzend. Wenn man so zu denken anfängt, dann strahlt man vom Innern heraus. Das verleiht dem Leben Glanz. In Exodus steht: ‚Da erschien plötzlich in der Wolke die Herrlichkeit des Herrn.’ (Ex 16 10). Die Herrlichkeit: in einer Wolke. Und Jesus hat das immer gewusst, ist sich immer davon bewusst gewesen, dass er der Beginn dieser Wolke war. Und er sagt das denn auch wie eine Art Freudenschrei, wenn er von allen Seiten angeschuldigt wird, dass er der Sohn des Menschen sei und auf den Wolken des Himmels kommen werde (Mt 26 64). Das heißt für ihn: die Erscheinung des Vaters, verborgen in einer Wolke. Verborgen in einem Menschen. Denn wir beschäftigen uns mit verborgenen Dingen Gottes. Dann steht in Joh 17 10: „Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht.“
Was heißt DAS nun? Nun, dass die Gedankenwelt Gottes, die Gott so gerne äußert, in ihnen Wirklichkeit geworden ist. Und dann fängt es zu glänzen an, man wird Licht. Herrlich! Und er sagt in Vers 22: „Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast.“ Dieselbe Herrlichkeit. Was für eine Herrlichkeit ist das? Habt ihr das schon mal in Joh 1 14 gelesen?
‚Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.’
Da steht also des ‚eingeborenen Sohnes’, d.h. der einzig geborene, der einzige Sohn Gottes. Und das heißt also, wenn man nur einen Sohn hat, dann erbt man alles. Was hinterließ Jesus uns also, testamentarisch? Denn er ist wirklich gestorben! Was beinhaltet dieses prächtigste Erbe? Was glaubt ihr? Das wir den Vater kennen lernen! Den Vater kennen! DAS ist erst leben, dann lebt man erst richtig! Durch seinen Geist. Noch nie davor hatte ein Mensch den Heiligen Geist dauerhaft empfangen. Das geschah im Alten Testament immer von Zeit zu Zeit oder es erfolgte über Engel. Von Jesus wird jedoch gesagt in Joh 1 32-33:
‚Und Johannes bezeugte: „Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.“
Er war der erste, auf dem der Geist blieb. Und der Geist wird uns nie mehr verlassen, wenn wir in ihm bleiben. Nie mehr! Denn alle Dinge Gottes, seine ganze Gedankenwelt, hat er Jesus, einem Menschen gegeben.
Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein.“ Gottes vollständige Wiederherstellungskraft, seine Herrlichkeit, hat er dem Einen gegeben. Und dieser Eine verteilt und vervielfältigt. Und dann steht in Joh 17 22-23:
„Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich.“
‚So sollen sie vollendet sein in der Einheit’ oder ‚So sollen sie vollendet sein zur Einheit’. Ich bin also nicht vollendet, wenn ich allein bin. Ich bin nicht vollständig. Ich bin erst eins zusammen mit ihm. Denn, was wurde zunächst geschaffen? Ein Mensch. Und dieser Mensch wurde in zwei Teile aufgeteilt, der eine hieß Adam und der andere Eva. Diese Namen sind erst viel später gekommen. Also wann sind sie wieder Mensch? Wenn sie wieder zusammen eine Einheit bilden. Also: Adam + Eva bilden zusammen den Menschen, die Menschheit. Und erst dann ist man auch fruchtbar. Jesus und seine gesalbte Frau. Der neue Adam und die neue Eva, gemeinsam. Denn, wenn man dann eins ist, dann IST man. Und wenn letztendlich Gott mit dieser geisterfüllten Menschheit verbunden ist, sodass er alles in allen ist, dann IST er. Dann ist er geworden, wer er ist. Dann wird er sein, wer er eigentlich hätte sein wollen. Was Gott sagte, als er bemerkte, dass der Mensch im Paradies nicht mehr vollständig funktionierte: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt“ (Gen 2 19), gilt auch für Gott selbst, er IST erst, wenn er alles ist in allen. Und verstehst du nun, wenn Jesus sagt: „Lieber Mensch, wenn du leben möchtest, bleibe in mir, wie ich in dir. Zusammen sind wir eins. Das ist eins. Dann bist du innerlich eins und nicht mehr geteilt.“
Das ist schön. Dann der Satz: „Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht!“ Ich bitte dich, Vater, tue das!
Dann denke ich, versuche mal, dies mit einem Bild zu verbinden. Nun, ein sehr einfaches Bild. Gesetzt mal den Fall, du hast sehr schöne Kleidung bekommen, du bist neu eingekleidet worden. Kleidung, die du dir selbst hast aussuchen dürfen, einen schönen Mantel dazu. Wenn du nun diese Kleidung trägst, sagen die Leute: „Das ist aber schön!“ Du erntest Bewunderung. Und du wiederum sagst: „Ja, schön nicht? Das hat der Vater mir geschenkt.“ Auf diese Weise verherrliche ich den Vater, denn er hat mich bekleidet.
Das ist ein einfaches Beispiel zu zeigen, was hier gemeint wird. Und der Herr freut sich so, dass seine Jünger dem glauben. Und ehrlich gesagt: Ich selbst kenne auch keine größere Freude als wenn jemand an das glaubt, woran wir glauben. Jesus lässt das Wirken Gottes in seinem Leben offenbar werden. Das ist schön, dieses Verherrlichen. Eine Herrlichkeit wie von einem Erstgeborenen, voller Gnade und Wahrheit. Wenn das unsere Ausstrahlung wäre! Wollen wir das? Wie froh wären die Menschen auf Erden, wenn sie Christen treffen, in denen kein Betrug ist. Sie begegnen dir, und du bist bekleidet mit dieser Herrlichkeit, und zwar Gnade und Barmherzigkeit. DAS ist deine Ausstrahlung! Es ist herrlich, zuverlässig zu sein, DAS ist so gut für sie. Dann erfahren sie, was der Schatten des Allmächtigen beinhaltet, denn du bist der Schatten. Und du gibst ihnen diesen Schatten, denn du verzeihst, bist barmherzig, ein Christ, in dem kein Lästern ist. Das ist schön! Ein Christ, in dem keine Gewalt ist. Und dann spüren die Menschen, dass Gott Gnade ist. Und dass er gut ist. Und wenn die Menschen sagen: „Ich finde dich so freundlich, so liebenswürdig“, dann rührt es daher, dass Gott so freundlich, so liebenswürdig ist.
Dann steht in Joh 17 2: „Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt.“
‚Macht’ heißt hier ‚Möglichkeit’. Jesus selbst hat von Gott die Möglichkeit erhalten, allen Menschen ewiges Leben zu schenken. Nun, wenn man dabei Gewalt anwendet, dann funktioniert es nicht. Denn von Gott geht keine Gewalt aus. Jesus hat die Möglichkeit, ewiges Leben zu schenken. Wer an den Sohn glaubt, dem schenkt er das ewige Leben. Und nun sagt der Herr: „Und diese Möglichkeiten schenke ich euch. Willst du ewig leben? Gerne! Nun, glaube uns. Wer an den Sohn glaubt, hat es. Und wer an dich glaubt, bekommt dieses ewige Leben auch geschenkt. In manchen Bibelübersetzungen steht hier: „Denn du hast ihm Macht gegeben über alles Fleisch.“ Damit sind ausschließlich die Menschen gemeint, nicht die Tiere. Und die Haustiere? Nein, sie kommen nicht in den Himmel. Ihre Nachkommen kommen wohl auf die neue Erde.
 
Schauen wir uns nun Vers 2 noch mal an, und zwar Vers 2b: „              damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt.“ Oder Vers 6:
„Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben.......“
Seht ihr die Geste Gottes? Dass er sagt: Mir gehören Menschen und wohin kann ich sie bringen? Nun, DAS ist ein guter Hirt. Ich führe sie dorthin, ich schenke sie ihm, denn dann sind sie in guten Händen. Ihr seid zunächst ein Geschenk Gottes an den Herrn, schön nicht? Er betreut uns so sorgsam, dass er ein Obdach für uns sucht, Sicherheit. Und wenn du dann zunächst noch ein Lamm bist, genau wie Jesus, das Lamm Gottes, und du wächst zu einem Schaf heran, dann erhältst du nach und nach die Möglichkeiten, Hirt zu werden. Denn, wer jedoch nie ein wirkliches Lamm gewesen ist, kann auch nicht zu einem guten Hirten heranwachsen. Warum war David ein solcher guter Hirt? Weil er in Psalm 23 1 sagte: „Der Herr ist mein Hirte.“ Und DA haben wir das Geheimnis. Wir wissen, dass über uns gewacht wird und darum können wir auch über andere wachen. Schön, nicht wahr? Du bist ein Geschenk und hast auch gleichzeitig ein Auge dafür, dass Gott seine Menschen dir anvertraut, sie bei dir sicher unterbringt. Dann bist du die Herberge aus dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Im Griechischen steht da ‚pandocheion’. Es bedeutet: der Ort, wo ein jeder aufgenommen wird.
 
In 1 Petr 5 2 steht: „Sorgt als Hirten für die euch anvertraute Herde Gottes.“ Es handelt sich hier also um Gottes Herde. Und hier vor mir befindet sich ein Teil dieser Herde. Nun, sorgt dafür. Gott hat uns an einander gegeben, geht schonend, behutsam miteinander um, behütet einander. Vor allem vor dem Bösen natürlich, denn das ist eine Verantwortung, die wir tragen. Dann sagt Jesus: „Ewiges Leben schenken“. In einer anderen Übersetzung steht hier ‚Ewigkeitsleben’. Das ist eine schöne Bezeichnung, es hat eine sehr hohe Qualität. Ewigkeitsleben. Das ist der Kern des Evangeliums. Denn Ewigkeitsleben ist: den Vater kennen und sich im selben Geist beteiligen. Das ist der Kern des Evangeliums. Wenn wir dieses Evangelium nicht verbreiten, verbreiten wir ein falsches Evangelium. Anders gesagt: Der Kern des Evangeliums sind nicht die Wunder und Zeichen. Wenn man das gute Evangelium verbreitet, folgen diese. Machen wir uns also auf der Suche nach dem guten Evangelium. Heil und Güte werden mir folgen, darum brauche ich mich nicht zu kümmern, denn diese folgen mir schon. Das geht wie von selbst, denn in Mk 16 20 steht:
‚Sie aber zogen aus und predigten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte die Verkündigung durch die Zeichen, die er geschehen ließ.’
Also wer ist der Mitarbeiter der Jünger? So geht das also. Es geht wie von selbst. Wenn man Gottes Wort annimmt, schlägt es Wurzel in dir, dann wirst du auch Wort.
Wenn der Baum gut ist, bringt er Früchte nach seiner Art hervor. So steht in Genesis 1 12:
‚Das Land brachte junges Grün hervor, alle Arten von Pflanzen, die Samen tragen, alle Arten von Bäumen, die Früchte bringen mit ihrem Samen darin. Gott sah, dass es gut war.’
Dieselben Früchte, die Worte Gottes. Das bewegt mich tief. Wer gut hinhört, hört viele Worte Gottes. Und das ist nun die Frucht des Geistes. Denn, wer Ohren hat zu hören, staunt immer wieder über alles, was zu hören ist. All diese Worte kommen auf, schlagen aus.
 
Nun noch einen kleinen Abstecher. Wisst ihr, dass das Wort ‚Kraft’ im ganzen Johannes-Evangelium nicht einmal vorkommt? Ist das nicht erstaunenswert? Kraft, Macht und Ähnliches. Nein. Aber wohl leben und glauben. Das sind die Verben, die zu Johannes gehören. Worte, die Vertrauen und Liebe bewirken. Denn, was ist Gottes große Kraft? Johannes sagt: Gottes Kraft ist, dass er dich so sehr liebt. DAS ist seine Kraft! Trotz allem, wie du auch aussiehst, was auch immer mit dir los ist, Gott sagt: Dies ist nicht zu zerstören. Mir kann meine Liebe zu dir nicht genommen werden. Ach wenn du mit dir selbst schimpfst! Und darum bedeutet Gott kennen: Gott vertrauen, man hat dann Gemeinschaft mit ihm, du gehst dann mit ihm um. DAS bedeutet kennen. Dann ruht man am Herzen des Vaters. Ein Bild, das Johannes auch von sich selbst sagt in seiner Beziehung zu Jesus. Und Jesus ruhte am Herzen des Vaters. Dann befindet man sich in unmittelbarer Nähe zum Vater. Dann kann man ihn hören, verstehen, ihn kennen. Und wenn man ihn kennt, dann ist man wie Jesus in der Lage, ihn auch anderen bekannt zu machen. Denn er sagt: “Ich spreche, wie ich gehört habe. Was ich spreche, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll“ (Joh 12 49). Jesus hörte keine Stimmen im Kopf. Es handelt sich hier jedoch um die Gedankenwelt, die der Geist offenbart. Im Geist hat man Umgang mit ihm. Und nun gibt es leider welche, die Gedanke und Wort trennen. Die trennen Gott und Jesus. Sie finden den Herrn sehr liebenswürdig, usw., Gott bliebt jedoch ein großer Unbekannter. Als ob man sie überhaupt trennen könnte! Während Jesus häufig sagt: „Ich und der Vater sind eins. Gott ist nicht anders, als was ich tue.“
Manche sagten: Ich habe eine völlig andere Vorstellung von Gott. „Ja“, lautete seine Antwort, „das stimmt, und DESWEGEN bin ich gekommen um dies zurechtzurücken.“
Welches Gottesbild hast du?
„Was ist Wahrheit?“ sagte Pilatus arrogant. In der Art wie: Schluss damit, es wird nicht mehr diskutiert! Und die Wahrheit stand leibhaftig vor ihm. Es gilt: Worauf ist dein Auge gerichtet! Manche sprechen gerne über einen sehr vagen Gott. Das ist zur Zeit der neue Trend. Man spricht dann gerne über das „Etwas“ oder die „Idee“. Es gibt etwas Höheres. Ich hörte mal einen Mann sagen: Früher glaubte ich schon an Gott, aber Jesus, mit ihm kann ich nichts anfangen. Und dann denke ich: Du kennst weder ihn noch den Vater. Man will schon an Gott glauben, aber an Jesus...... nein. Oder man macht Gott zu einem Buhmann. Mit diesem Gottesbild wurde ich erzogen. Ein unberechenbarer Gott. Ich habe mich als Kind immer vor Gott gefürchtet. Jesus war nicht so beängstigend, war schon ein bisschen näher, vor ihm fürchtete ich mich nicht so, sodass ich schon wagte zu beten: Jesus wacht über mich. Ich fand Jesus netter als Gott, trotzdem fürchtete ich mich auch ein bisschen vor ihm. Ich fürchtete mich vor dem falschen Gedanken über einen Richterstuhl. Und dann denke ich an die Geschichten, mit denen man uns einzuschüchtern versuchte. Angst vor den sogenannten Bußpredigern, ich hatte immer Angst.
 
Gott ist nicht zu registrieren, zu filmen, aufzunehmen. Jesus auch nicht. Denn beide sind Geist. Darüber kann man schon lange nachdenken, nicht wahr? Sie sind nicht zu registrieren, man kann sie nicht sichtbar feststellen und aufzeichnen. Jesus ist kein Idol. Wir werden das in Zukunft immer mehr wahrnehmen, dass Jesus ein Idol wird, ein Abgott. Und ein Abgott ist ein Nichtgott. Wir alle kennen das Gebot in Exodus 20 3: ‚Du sollst keine anderen Götter vor meinem Angesicht haben.’
Ich habe immer geglaubt: Wenn sich so viele Götter vor seinem Angesicht befinden, dann kann man doch nicht mehr erkennen, wer er ist? Wie gelingt es mir, diese anderen Götter verschwinden zu lassen? Sie verdüstern das Angesicht Gottes. Dann muss man dahinter schauen. Angesicht bedeutet immer: das ganze Wesen. Ich habe mal nachgeschlagen, wie das auf Hebräisch heißt. Im Wörterbuch stand daneben eine wortwörtliche englische Interlinearübersetzung, und zwar: ‚Not He shall be to you gods other ones before face of me.’ Auf Deutsch etwa: Gott wird nicht für euch sein, wie die Götter anderer. Denken wir mal nach: Was steht da nun eigentlich? Und es ist kein Wunder, dass Gott seine Gebote mit diesem Gebot anfangen lässt. Was geschah nämlich im Laufe der Geschichte mit Gott, ab dem Paradies? Man hat einen Abgott aus ihm gemacht. Im Ausland hatte man allerhand Abgötter und Israel dachte: Wir wollen auch einen, aber einen, der stärker ist. Was entstand also: einfach eine Rivalität zwischen Göttern!
„Und Gott wird nicht für euch sein, wie die Götter anderer.“
Er ist anders, anders als alle anderen Götter.
Also, jene grässlichen Vorstellungen von einem Angst einflößenden, rachsüchtigen Gott, der mit Blitzen um sich schleudert. Oder ein vager Gott, dem man alles zuschreiben kann. Diese Vorstellungen stimmen nicht!
Gott sagt: „So bin ich nicht, ihr müsst aus mir nicht einen Gott machen, wie die anderen Völker das tun. Andere Völker sind andere religiöse Denkrichtungen!“
Nun, über eine solche Bemerkung muss man schon nachdenken, nicht wahr?
Und wisst ihr, dass die Propheten ihr ganzes Leben lang gegen den Götzendienst agitiert haben? Aber Israel tat das im Namen Gottes. Man glaubte, dass man ein abschreckendes Gottesbild aufrechtzuerhalten hätte.
Die Schriftgelehrten sagten in einem Streitgespräch mit Jesus: „Ja, wir nennen Gott auch Vater.“ „Das stimmt,“ sagte Jesus, „aber ihr habt den Teufel zum Vater, und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater verlangt“ (Joh 8 44).
Diese Vermengung hatte bereits im Paradies angefangen. Denn da sagt der Teufel: „Gott weiß vielmehr: Sobald ihr von den Früchten des Baumes esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse“ (Gen 3 5). Da haben wir die Bescherung! „Ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.“ Als ob mein Vater jemand ist, der Gut UND Böse kennt. Denn „kennen“ heißt „Gemeinschaft haben mit“. Und es ist kein Wunder, dass Gott sagt: „Macht aus mir keinen Gott, wie jedermann das tut.“
Und ich glaube, dass gerade DAS die größte Versuchung ist!
Wir beschäftigen uns jedoch mit kostbaren Sachen! Wir erkennen immer deutlicher das Angesicht Gottes. In vielen Menschen erkennen wir einen Teil des Angesichtes Gottes. Hauptsache ist: Wie sehen wir? Es ist jedoch die größte Versuchung, aus Gott und aus Jesus einen anderen zu machen als derjenige, der sie wirklich sind. Dann ist „Ich bin, der ich bin“ der „Ich-bin-der-ich-Bin“ nicht mehr. Dann hat man sich dazu allerhand einfallen lassen. Ja, alle Propheten haben davor gewarnt, und die meisten haben dadurch ihr Leben eingebüßt.
Von wem wurden die Propheten ermordet? Von den Menschen, die behaupteten, sie kennten Gott. Aus eigenem Kreis. Und Jesus nennt eine solche Generation „eine böse und treulose Generation“ (Mt 13 39). Jesus sagt in Joh 17 3 und das fand ich bemerkenswert: „.Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen“. ‚Dich zu erkennen’ und ‚den einzigen wahren Gott’. Gott ist der Einzige, Wahre, der Einzigartige. Und das ist exklusive des Bösen. Wir dürfen Gott nicht mit etwas Bösem vermischen, mit etwas Gewalttätigem und auch nicht mit Götzenverehrung. Und ich glaube, dass das die größte Versuchung ist, wenn man sich dem hingibt. Wenn man mit der großen Masse mitmacht. Jesus hat diese Versuchung auch gekannt.
Der Teufel sagte zu ihm, nachdem er dem Herrn alle Reiche der Welt gezeigt hatte: „Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest“ (Mt 4 9). Und wer fällt in diese Verführung? Wer wirft sich nieder und bekommt viel Macht im Himmel und auf der ganzen Erde? Das nun ist der Antichrist. Und wie nennt er sich? Den Christus!
„Er ist zurückgekommen,“ sagt man, „überall ist Frieden.“
Aber dann gibt es eine sehr kleine Gruppe, die sagt: „Nein!“ Das ist jedoch eine andere Geschichte. Lest mal 2 Kor 11 4, wo Paulus schreibt:
‚Ihr nehmt es ja offenbar hin, wenn irgendeiner daherkommt und einen anderen Jesus verkündigt, als wir verkündet haben, wenn ihr einen anderen Geist empfangt, - das wurde zur Gemeine gesagt - als ihr empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, als ihr aufgenommen habt.’
Paulus hatte damit zu tun. Einen anderen Jesus, einen anderen Gott, ein anderes Evangelium. Das kam offenbar gut an. Deutlicher kann es doch nicht?
Dann habe ich gedacht: „Betet, dass ihr nicht in Versuchung kommt, aus Gott einen anderen Gott zu machen als derjenige, der er ist.“ DAS ist die große Versuchung.
JHWH, Ich Bin. Jesus bedeutet dasselbe wie Josua (das ist Lateinisch), Joshua (das ist Griechisch), und bedeutet: ‚JHWH rettet’. Wovor rettet er uns dann? Vor einem falschen Gottesbild. Und deswegen ärgerten sich viele über Jesus, weil er ein anderes Gottesbild zeigte. Ein unscheinbarer Mann aus Nazareth. Eine Person, von der Jesaja prophezeite:
‚Er hatte keine schöne und edle Gestalt, so dass wir ihn anschauen mochten. Er sah nicht so aus, dass wir Gefallen fanden an ihm. Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut. Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, was er verachtet; wir schätzten ihn nicht.’ (Jes 53 2b-3)
Es kommen also Tage, dass man das Gesicht vor uns, vor dir verbirgt, denn man will nicht mit uns verkehren. Denn ein Knecht ist nicht größer als sein Herr, das sollten wir nicht vergessen. Also, das Werk vollenden, das ist eigentlich den Vater bekannt machen. Und die Jünger kannten ihn. Sie kannten seinen Vater. „Und jetzt kann ich fortgehen,“ sagt Jesus, „ich lasse euch jedoch nicht als Waisen zurück.“ Im Griechischen steht hier eigentlich: ‚Ich lasse dich nicht vereinsamen’. Ich glaube, dass das das Schlimmste ist, was einem Menschen passieren kann: allein sein. Man kann sich sogar inmitten Tausender von Menschen befinden und sich trotzdem sehr einsam fühlen, man kann sogar hier sitzen und ............. Allein sein ist schlimm. Und dann sagt Jesus: „Ich bleibe bei dir, denn zusammen sind wir eins. Zusammen sind wir jemand.“
Und dann sagt er schließlich: „Verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.“ (Joh 17 5).
Ich las in einer anderen Übersetzung: „Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst, ehe die Welt war.“
Das ist schön! „Verherrliche mich bei dir selbst!“ In der Art wie: Damit du mich bekleidest, wie dir das gefällt. Und dann gleiche ich dir. Mit dir selbst. Damit ich bin. Und in letzter Zeit hege ich den Gedanken: „Wenn ich den Mut habe, das zu sagen: „Ich bin“, dann bin ich, glaube ich, frei, oder jedenfalls: befinde mich auf dem Weg der Freiheit.
„Ich bin“. Nicht mehr von der Meinung anderer abhängig oder von meiner eigenen Meinung. Aber, dass ich da – vielleicht wie ein kleiner Knirps – stehe. Aber ich BIN! Und das ist so kostbar! Und es ergibt sich, dass das scheinbar Fragile, das scheinbar Schwache und Zerbrechliche, dass DAS letztendlich deine größte Kraft ist! Das ist die verkehrte Welt. Denn in der Welt zählt nur, was hoch, berühmt is. Viel Wetteifer, viel Leistungsdrang, usw. Nun, dann halte ich mich lieber an die Worte des Paulus: „Wenn ich schwach bin, abhängig von meinem himmlischen Vater, dann bekomme ich von ihm die Möglichkeiten, seinen Willen zu tun.“ Und sein tiefstes Verlangen ist zu lieben. Lass dich von ihm lieben, dann wirst du auch lieben, wie er liebt. DANN bist du ein Kind Gottes und wird er dich verherrlichen und du ihn.
 
Amen.
 
Lasst uns beten:
„Lieber Vater, lehre uns in deinem Geist zu lieben. Bewahre uns vor der Versuchung, dich anders zu sehen, als du bist. Denn nur so kann dein Reich kommen, kann sich deine freundliche Sanftmut in uns entwickeln. Wir danken dir, dass du bist, der du bist, ausschließlich Licht und Liebe. Wir danken dir, dass wir dich immer besser kennen lernen, dank deinem Sohn. Dann werden wir allmählich dein Bild.“
 
Amen