Monday, September 23, 2019

“He’s got the whole wide world in His hands”

Text Size



Redebefugt
Jan Fluit
 
 
 
Gerne möchte ich mit Euch Jona 1 ab Vers 1 lesen:
 
„Das Wort des Herrn geschah zu Jona, dem Sohne Amittais also: Mache dich auf, geh nach Ninive, der großen Stadt, und predige wider sie; denn ihre Bosheit ist vor mich herauf-gestiegen.
Aber Jona machte sich auf, um von dem Angesicht Jehovas hinweg nach Tarsis zu fliehen“. Er sucht sich ein Schiff aus, bezahlt den Fahrpreis und verschwindet in entgegengesetzer Richtung, anders als Gott beabsichtigte.  Gott hatte gesagt, und ich fasse das kurz zusammen, daß er gegen das Böse predigen sollte, weil es in Ninive viel Böses gab. Es gab in Ninive vieles, was Gott böse, falsch, verdreht, finster und negativ fand und Gott war der Meinung, daß sich hier was ändern sollte. Und wenn Gott der Meinung ist, daß etwas geschehen soll, dann weiß Er, daß er Mitarbeiter hat, die das, was Gott sagen will, in Worten auszudrücken wissen, die sagen werden, was Gott denkt. Solche Leute werden Propheten genannt und das wißt ihr, denn im Grunde genommen seid ihr selbst Propheten.
Ein Prophet ist also jemand, der die Worte Gottes so weitergibt, wie er sie gehört hat.  Während Gott über die Bosheit Ninives nachdenkt, hat Gott sich einen Propheten ausgesucht, den er dahin schickt.  Wenn Gott sich aber von einem Propheten bedienen will, damit er die Worte Gottes redet und jener Prophet weigert sich das, dann hört das Reden Gottes auf. Das ist schade, denn dann werden die Situationen nicht verändert, die Gott verändern möchte.
 
Warum haut Jona ab? Warom springe ich in gewissen Umständen ab?  Es geht hier natürlich um eine sehr schwere Aufgabe. Welchen Wider-stand konnte er dort erwarten? Es war eine so unheimlich große Stadt, wo er die Botschaft zur Beseitigung der Bosheit bringen sollte.  Darum ist Jona der Meinung, daß er dieser Aufgabe nicht gewachsen ist.
 
Jetzt müssen wir Jona und wahrscheinlich auch uns selbst in der richtigen Weise betrachten. Wie kann ich beurteilen, ob gewisse Sachen zu schwer für mich sind oder nicht? Wie läßt sich das messen? Welche Gedanken zwingen sich mir dabei auf ? Ist man wie Jona z.B. imstande, eine so kräftige Botschaft zu bringen, daß die Bosheit einer riesigen Stad beseitigt werden kan? Ist man dazu fähig?
 
Betrachten wir mal die Aufgabe, die Gott uns anvertraut hat: Sind wir imstande, Gottes Mitarbeiter zu sein, um das ganze Universum wieder- herzustellen? Sind wir dazu fähig? Gott sagt es, aber können wir das?
 
Aus Erfahrung wissen wir, welche Probleme im Umgang mit Kollegen, Familienmitgliedern oder im Umgang mit uns selbst auftauchen können.
Dann denke ich: Müssen wir uns solche Aufgaben aneignen und sind wir dazu fähig?
Sind wir diesen Riesenaufgaben gewachsen? Ist das Evangelium und alles was Gott uns darreicht keine zu große Aufforderung? Müssen wir nicht auf Aufgaben von normaleren Abmessungen zurückgreifen? Diese sind uns ja viel zu schwer.
 
Wenn ich so denke, dann weiche ich dem Auftrag Gottes aus. Das Wort  Auftrag kann aber auch einen negativen Klang haben, darum sage ich lieber, daß ich fliehe vor dem Glauben, den Gott in mir hat. Gott glaubt, daß Jona imstande ist, dem Volke Ninives eine Botschaft zu über-bringen,  wodurch es mit dem Übelwollen aufhören wird. Das ist der Glaube, den Gott an Jona hat. Und Gott glaubt sicherlich, daß sein Wort die Kraft hat, das zu bewirken. Jona wägt und wägt und entscheidet sich, vor Gott zu fliehen. Und das finde ich so bedauerlich, daß man vor Gott flieht, wenn Er anfängt zu reden, um Dinge zustande zu bringen. Daß man ins weite Meer flieht und dort Lösungen sucht, wo man sie überhaupt nicht finden wird, denn die Lösungen sind nur bei Gott selbst zu finden. Jona hätte zum Beispiel zu Gott sagen können, daß er für diesen schweren Auftrag eine extra Bestätigung brauchte, oder Unterstützung oder nähere Auskunft, weil er diesen Auftrag so schwer fand.  Er zeigt Gott aber seinen Rücken und flieht davon in die Weite des Meeres. Das Meer ist auch Bild des Religiösen, des Geistlichen. In diese Richtung flieht er.
 
Das Schiff, auf dem er sich befindet, gerät in einen schweren Sturm, den der Herr veranlasste. Das liest man öfter im A.T. Alles wurde von Gott verursacht. Aber wer möchte dem Leben dieses Propheten ein Ende setzen? Der Teufel will absolut nicht, daß Gottes Wort durch Jona in Ninive gepredigt wird. Darum versucht er sich die Lage Jonas auf dem Meer nützlich zu machen. Wenn er ihn dort greifen kann, dann hat er ihn wenigstens definitiv im Griff.  An einem gewissen Augenblick, wenn die Seeleute leidenschaftlich versuchen,  an Land zu kommen während das Meer tobt und man alle Götter anruft, den Gott Jonas ausgenommen, dann liegt Jona dort und schläft. Eine andere Bibelübersetzung sagt es klarer: Jona liegt  wie berauscht auf dem Boden des Schiffes. Da spricht zu ihm der Kapitän: Wie kannst du jetzt so betäubt da liegen ?
 
Es traf mich in dieser Weise: wie kann man so betäubt sein, wenn Gott spricht. Man könnte es auch so sagen: Wie kann man dem Reden Gottes so taub sein ? Danach fragt ihn der Kapitän: Rede und rufe zu deinem Gott, denn Jona hatte das Fährgeld bezahlt und ganz ehrlich gesagt, vor wem er auf der Flucht war.  Dann sucht man einen Schuldigen. Das steht auch heute noch fest, daß man einen Schuldigen sucht.
 
Aus Erfahrung klug geworden weißt du, daß du entweder einen Schuldigen suchst oder daß du dich selbst schuldig fühlst. Zunächst hat Jona anerkannt, daß er diesen schrecklichen Sturm verursacht hat und daß das Toben dieses Sturmes die Konsequenz seiner falschen Entscheidung war. Dann sagt er: Wenn ihr mich über Bord ins Meer werft, dann bekommt das Meer, was es verlangt, dann hat der Gegner bekommen, was er verlangt und wird ruhig werden. Dann hat man einen Schuldigen gesucht und tatsächlich gefunden, das bin ich, gib mir also dem Meer hin. Das bedeutet natürlich, das man dem Tod überliefert ist.
 
Wenn man seinen Gott verlässt, dann gelangt man zu dem, was Gott und dem Leben entgegengesetzt ist. Man sieht es öfter, dieses Ver-langen nach dem, was genau dem Wesen und dem Sprechen Gottes entgegensetzt ist. “Ach Herr, laß mich doch sterben“. Alsob das die Endlösung wäre. Dessen ungeachtet ist es wahr, daß durch das Sterben eine Lösung geboten wird, aber nur im Sterben an der Sünde, indem man das Opfer Jesu annimmt.  Wenn man der Sünde gestorben ist, fängt das Leben an. Ich möchte nicht das begehren, was mir nichts bringt. Die Konsequenz der falschen Wahl Jonas ist, daß er ins Meer geworfen wird, er ist also verschwunden. Und was dan geschrieben steht finde ich so schön, nämlich daß Gott einen Fisch schickte. Also im Moment, wo du mit Leben aufhörst, wird das nicht dein Untergang, sondern Gott sagt: Ich werde für deine Rettung sorgen, für dein Dasein.
 
Jesus sagt nicht umsonst: „Ihr werdet kein anderes Zeichen als das Zeichen Jonas bekommen, denn gleich wie Jona im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn im Herzen der Erde sein“. Matt.12,40. Damals dachten auch die Jünger Jesu, daß alles falsch lief.  Menschen können von diesen Gedanken, das alles falsch geht, sehr belastet sein.
Man ist dann so von falschen Gedanken über sein verkehrtes Benehmen erfüllt, daß man dazu neigt, zu denken, daß alles zu Ende ist. Es fällt mir auf, daß in einer anderen Bibelübersetzung in Jona 2,4 steht: “Er hatte mich in die Tiefe geworfen“. Das ist merkwürdig, denn es hatte sein Untergang werden sollen aber Jona sagt: „Du hast mich in die Tiefe geworfen, o Gott“. Es wurde also eine Missionsreise, in die Tiefe. Er wurde mit dem Tod konfrontiert. Wenn das aber zusammen mit Gott passiert, obwohl Jona eine falsche Entscheidung getroffen hatte, dann wird der Tod mit dem Leben konfrontiert. Das heißt Evangelium. Wir wollen das Gute tun aber der Gegner, mit dem wir zu tun haben, der bestimmt, was alles passiert. Unser Ausgangspunkt ist also, daß Gott einen wunderschönen Plan mit uns hat, der sich in entgegengesetzte Richtung bewegt. Der Plan, den Gott hat, wird von ihm in Bewegung gesetzt und was Gott in Bewegung setzt, wird völlig zustande kommen.
 
Der Tod, der scheinbar das letzte Wort hat und bekommt, was er will, mittels Schuld und Anklage, der verliert hier den Kampf um Jona. Denn Gott ist der Gott, der einen Fisch zur Rettung schickt. Dabei mußte ich an das Kennzeichen der ersten Gemeinde denken, das war auch ein Fisch, im Griechischen „Ichthos“ = Christus. Durch Christus nimmt alles eine Wende, auch wenn alles verloren scheint. Im Bauch der Fisch kommt Jona zu sich selbst. Er fängt dort mit einem Lobgesang an,
Jona 2, und zieht auch Folgerungen.
 
Er sagt: “Als meine Seele in mir verschmachtete, gedachte ich des Herrn und zu dir kam mein Gebet in deinen heiligen Tempel“. Eine andere Übersetzung lautet:“Mein Gebet kam in die Halle deiner Herrlichkeit. Du Du hebst mich auf in das Reich deiner Herrlichkeit, deines Denkens“. Und wenn von Herrlichkeit die Rede ist, dann meint Gott immer: sie ist bestimmt für einen Menschen, der sich so entwickelt, wie Ich Mir das gedacht habe. Jona sagt: „Ich kam in den Bereich deiner Gedanken, wie du sie hast“. Dann folgert er so klipp und klar in Jona 2,9: „Die auf nichtige Götzen achten, verlassen Ihre Gnade“ oder in einer anderen Übersetzung: „die auf nichtige Götzen achten, verlassen das Objekt ihrer Freundschaft“. Es ist entweder dies oder das. Ein Götze leitet ab von Gott. Wenn ich einem Götzen diene, dann werde ich der Vergänglichkeit Sklave (Röm.8,21). Wenn ich ein Sklave der Vergänglichkeit bin, dann verlasse ich Ihn, der mir Gnade erweist, ich lasse Ihn dann gehen. Ich verlasse Ihn, der gütig und barmherzig ist, wenn ich mich dem Götzen zuwende. Und der Herr ist da, und das ist von den Propheten auch gesagt worden, damit wir vom Dienst des vergänglichen Wesens befreit werden. Befreit von der Versklavung der Vergänglichkeit, damit wir zur Herrlichkeit der Gotteskinder gelangen. Dann gehen wir in entgegen-gesetzte Richtung. Wir sollten also eine Entscheidung treffen. Welcher Gedanken bin ich Sklave?
 
Ich finde es auch so schön, daß diese Götzen, die oft eine große Rolle spielen und so geräuschvoll anwesend sind, nichtige Götzen genannt werden. Er sagt: „Sie sind nichts“. Wessen Folgerung ist das? Die von Jona, weil er Gott wieder in die Augen schaut. Er redet weil er sicher ist, weil Gott ihn gerettet hat, indem Er einen Fisch sandte. Er sagt: Das Totenreich hatte mich eingesperrt und trotzdem lebe ich. Ich lebe und das ist seine Rettung.
 
Aber was soll Gott mit Jona anfangen? Er ist zwar ein Prophet, aber widerspenstig, murrend, nicht nachdenklich, davon fliehend. Aber Gott rettet ihn, das ist was Gott getan hat.  Zunächst erwartet man, daß Gott mit einem anderen Propheten weiter geht, denn auf Jona ist doch kein Verlaß? Aber im 3.Kapitel lesen wir genau wie im 1.Kapitel; Das Wort des Herrn geschah zum zweiten Mal zu Jona also: “Mache dich auf, geh nach Ninive, der großen Stadt, und predige zu ihr, was ich dir sagen werde“.
 
Das erste Mal lautete die Botschaft: „Predige zu ihr, daß ihre Bosheit vor mich heraufgestiegen ist“  und hier steht: “predige zu ihr, was Ich dir sagen werde“.  Andere übersetzen wie folgt: „Ruf sie mit der Berufung, mit der Ich dich berufen habe“. Gott hatte eine Berufung für Ninive. Weißt du, was ich so schön finde: Ninive mußte umgekehrt werden, ja, das war Gottes Absicht. Das ist nicht falsch, dieser Text. Die Leute sollten sich bekehren. Das war, woran Gott dachte: Bekehrung. Er war der Meinung, daß Ninive böse war, daß die Leute falsch handelten.
Falsche Gedanken, falsche Motive und hinter dem Bösen her. Ninive mußte sich also völlig umkehren, denn Gott wollte Ninive auffordern, er wollte die Leute Ninives, die so weit von ihm entfernt waren, auffordern. Und von neuem sagt er, und das hat mit Gottes Glauben zu tun: „Jona, du bist derjenige, der diese Botschaft predigen soll“. Das heißt Rehabilitation. Das ist doch ein sehr starker Glaube, den Gott hat, wenn er so weiter mit uns verfährt? Ich hätte wahrscheinlich gedacht: Mit Jona weiter? Niemals! Das gibt nur Schwierigkeiten. Man muß immer hinter ihm her, er versteht es ganz und gar nicht. In der Zwischenzeit war Jona aber Gott begegnet und hatte sogar sehr große Dinge ausgesprochen. Jetzt war Jona derjenige, der sagte, was er genau wollte: Kap.2,9. „Ich aber werde Dir opfern mit der Stimme des Lobes; was ich gelobt habe werde ich bezahlen. Bei Jehova ist die Rettung“.
Er wollte also ein Opfer darbringen, sein Versprechen  einhalten, er wollte bezahlen und ganz klar bringt er zum Ausdruck, daß nur der Herr derjenige ist, der Rettung bringt. Dann ist man der geeignete Prophet, um der Stadt Ninive Rettung zu predigen.
 
Also fängt Jona an zu predigen, wir kennen die Geschichte ja alle, und es war eine krafterfüllte Predigt, das muß man bejahen. Wie das kam? Weil Gott nachdrücklich gesagt hatte, daß Jona die Worte reden mußte, die Gott ihm zu sprechen gab. Es ist also wichtig, daß man genau das spricht, was Gott gesagt haben will.  Jona redete zwar, aber seine Motive waren nicht ganz lauter, weil er dachte, daß Ninive zugrunde gehen würde. Er war der Meinung, daß sein kräftiges Predigen be-deutete, daß die Heiden infolge ihres eigenen schlechten Benehmens zugrunde gehen würden. Schließlich war es eine heidnische Stadt und jene Leute hatten sich sehr schlecht Verhalten. Wenn man dann eine strenge Botschaft verkündigt und man redet über Schuld und Sünde, dann erwartet man natürlich den Untergang. Sein Lobpreis für Gott und seine Erlösung, daß alles hatte er nur auf sich selbst bezogen.  Das Heil war nur für ihn selbst, er war die gerettete Person. Aber seine Botschaft erzielte ein herrliches Ergebnis, denn die ganze Stadt bekehrte sich zu Gott. Das war die Folge seiner Heilsverkündigung.
 
Und Ninive bleibt geschont aber Jona ist darüber nicht froh sondern äußerst verdrossen. Kap.4,2: So kann man auch beten: Und er betete zum Herrn und sprach: „Ach Jehova, war das nicht mein Wort, als ich noch in meinem Lande war? Darum kam ich zuvor, indem ich nach Tarsis entfloh; denn ich wusste , dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langsam zum Zorn und groß an Güte und der sich des Übels gereuen lässt“.
Gott, du solltest dich schämen. Es ist eine Schande, was du alles im Hintergrund hast. Du bist barmherzig, gnädig und gütig. Das alles habe ich bereits gewußt. Dann ist es doch nicht notwendig, daß ich gehe und zu dieser Stadt predige während du diese Stadt nicht vernichten wirst. Das hat doch keinen Sinn? Also spricht er: „Nimm doch mein Leben. Es ist besser zu sterben als zu leben“. Ich frage mich, was für Gedanken man dann hat? Gott, ich erwartete ein großartiges Schauspiel von einer Stadt, die zugrunde geht. Auch heute denkt man noch so oft an Rache.
Ich werde ihnen niemals vergeben, sie haben mich so schlecht be-handelt. Jetzt sollte ihnen auch mal richtig die Wahrheit gesagt werden.
Niemals hören sie auf mich, sie haben mir so viel angetan. Gott, du solltest mich nicht zu ihnen senden. Du möchtest zwar ein Prophet sein aber nur dann, wenn du eine harte Botschaft hast. Schließlich ist es nicht nötig, daß man dich mißbraucht, denn dann geht alles schief. Strengere Strafe also, mehr Negativität, dann wird man daraus lernen. Aber DU machst das nicht und weil DU so nicht verfährst, ist mir das Leben nichts mehr wert. Er dreht sich in diesem Teufelskreis herum, in einer Gedankenatmosphäre, die nicht Gottes Atmosphäre ist. Und die einzige Lösung, die Jona sich ausdenken kann, ist der Tod.
 
Das ist derselbe Jona, der kurz zuvor noch von Lobopfern für den Herrn, den gewaltigen und großen Gott, sprach . Wenn der Ablauf abweicht von dem, was er erwartet hat, dann geht er ganz in die Irre. Was soll Gott damit anfangen? Was soll man anfangen, wenn man selbst so was erlebt oder es bei anderen wahrnimmt? Was sagt Gott? Was Gott sagt, finde ich so klar, so rührend. Er sagt:  Ist es recht, daß du zürnest?  Wie er auch uns fragen könnte: Ist es recht, daß du enttäuscht bist? Ist es recht, dass du am Ende bist? Bist du berechtigterweise böse? Ist es recht, dass du in die Irre gegangen bist? Das könnte Gott auch uns fragen!  Sind die Sachen, womit du dich jetzt beschäftigst, in Ordnung?  Fragst du dich das auch? Erkündigst du dich darüber bei den richtigen Personen? Bei Gott, bei Jesus? Gibst du dem Hl.Geist genügend Raum?  Oder hast du den Hl.Geist nicht erhalten? Möchtest du auch den Hl.Geist erhalten, damit du richtig funktionieren kannst und du dich selbst kontrollieren und beherrschen kannst und du nicht länger unbeständig bist sondern durch Gnade befestigt wirst?
 
Die Geschichte geht dann weiter. Jona saß draußen, außerhalb der Stadt. Er hatte sich eine Hütte gebaut und saß darunter im Schatten, damit er sähe, was der Stadt passieren würde.  Das bedeutete Schau-spiel und er saß ersten Ranges und würde zuschauen, was da ge-schehen würde.
Dann bestellt ihm Gott einen Wunderbaum, so einen Platz, wo man sich im Schatten setzen kannst. Und Jona fragt sich, was seine Predigt wohl auswirken würde. Jona, auf der einen Seite entzürnt, auf der anderen Seite so erfreut über seinen Wunderbaum. Fantastisch! So ein Wunder-baum ganz für sich selbst. Andere gehen zugrunde, aber du, du hast deinen Wunderbaum. Erstklassig. Aber was geschieht dann jetzt? Gerade dein Wunderbaum wird von einem Wurm angefressen und stirbt. Was bleibt dir dann übrig?
Nichts, gar nichts, wenn dein Wunderbaum stirbt. Gleichzeitig passieren eine Menge Sachen. Der Baum stirbt, es gibt einen schwülen Ostwind, die Sonne sticht auf seinen Kopf und was ist die Folgerung Jonas? Er möchte wieder sterben! Jona ist mit dem Tod beschäftigt, wenn alles anders geht, als er sich gedacht hat, während Gott so nahe ist. Gott ist so nahe und er ist so entzürnt, so einsam und blind für die Wirklichkeit.
 
Was war die Realität? Ninive, eine Großstadt von drei Tagereisen. So ein Prophet, solch herrliche Worte Gottes. Diese Worte, die er verkündigt hatte,  führten dazu, daß eine ganze Statt gerettet wird, daß eine ganze Stadt sich zu Gott bekehrt. Eine ganze Stadt findet zu Gott, das war das Ergebnis seiner Verkündigung. Das war die Folge seiner Botschaft.
 
Wenn du dich selbst als Mitarbeiter Gottes betrachtest, wie du mit Gott lebst und dadurch die Leben anderer Menschen beeinflußt, dann hast du Grund zum Staunen. Welch schöne Dinge hat das schon hervorgerufen? Du aber sitzst da und grollst und denkst :“es ist alles nichts und wird auch nichts werden“, während die Realität ist, daß du Dinge ausgelöst, hervorgerufen hast  oder im Begriff bist auszulösen oder hervorzurufen, Sachen, die wunderschön sind. Aber du sitzst da und schaust auf deinen Wunderbaum,  auf deine Glücksfälle, deinen Wohlstand, deinen Erfolg. Du wünschst dir die Erhaltung deines Wunderbaumes, aber ich bin der Ansicht, daß das nicht Gottes Absicht ist, solch private Wunderbäume. Nehmen wir Jona als Beispiel: er sollte gar nicht dasitzen und warten auf etwas, was doch nicht geschehen würde. Er hätte in Gang kommen müssen, auf die Stadt und die Leute zugehen müssen, um sich den Effekt seiner Botschaft anzuschauen und auf die Zeugnisse der Leute, die jetzt gerettet worden waren, zu hören, Leute, die jetzt zu Gott gefunden hatten und zu genießen und sich dieses neuen Lebens zu freuen.
 
Gott sagt abermals, weil er auf seine ursprüngliche Absicht beharrt: „Ist es recht, daß du zürnst?“ Ich finde, daß diese Frage tief eingreift. Es ist die Verantwortlichkeit Jonas, oder die unsere, darauf zu reagieren. Gott schließt mit einer Frage über Recht und Gerechtigkeit ab. Ist es recht, daß du zürnst? Was ist Gerechtigkeit ? Die Sachen, worauf ich eingehe, ist das Recht? Habe ich zuviel Verständnis für das, was nicht gerecht und zu wenig für das, was gerecht ist ? Gott möchte uns in das Recht so einführen, daß wir dadurch Gerechte werden. Gott fragt, ob wir wissen, welche seine Motive sind. Im 10.Vers von Jona 4: Du erbarmst dich des Wunderbaumes, um welchen du dich nicht gemüht und den du nicht großgezogen hast, der als Sohn einer Nacht entstand und als Sohn einer Nacht zu Grunde ging; und ich sollte mich Ninives, der großen Stadt, nicht erbarmen, in welcher mehr als hundertundzwanzigtausend Menschen sind, die nicht zu unterscheiden wissen zwischen ihrer Rechten und ihrer Linken, und eine Menge Vieh? Ich glaube, daß diese Geschichte geht über Kinder, die noch von nichts wissen, die keine Ahnung haben. Würde ich mich ihrer nicht erbarmen?
 
Wenn wir als Mitarbeiter Gottes die Schöpfung befreien sollen und damit bei Leuten in unserer Nähe anfangen, dann haben wir oft mit Leuten, die geistlich betrachtet den Unterschied zwischen ihrer Linken und ihrer Rechten nicht kennen, zu tun, mit Leuten, die die Wahrheit noch nicht kennen. Sollten wir sie danach urteilen? Sollten wir Leute urteilen nach dem, was sie noch nicht wissen?  So viele Leute sind schon, auch in Gedanken, verworfen worden, weil sie falsche Kenntnisse oder über-haupt keine Ahnung von der Wahrheit Gottes hatten. Wenn man aber selbst über die richtige Kenntnisse verfügt und diese Kenntnisse profetisch anwendet, wieviel Raum wir das uns und anderen verschaffen? Wenn man dann ein Leben ohne private Wunderbäume bekommt, aber ein Leben in Gemeinschaft mit Gott und anderen Menschen, wobei man beschäftigt ist mit echtem Leben, deinem eigenen und dem anderer Leute,  wenn man akzeptiert, was Gott über sein Leben sagt, dann erfährt man, wie nahe Gott und dieses Leben sind. Wir wollen den 9. Vers aus Jona 2 zu Herzen nehmen : Die auf nichtige Götzen achten, verlassen ihre Gnade und diese Versen umdrehen: Wenn ich auf Ihn achte, der sich meiner erbarmt, dann verlasse ich die nichtigen Götzen.
Dann verlasse ich das, was nichts taugt, dann distanziere ich mich davon und sage: „Gott, ich diene dir mit dem, was du sagst und was du glaubst. Du scheinst an mich als deinen Propheten zu glauben, der ich deine Worte reden darf. Herr, manchmal weiß ich gar nicht, was ich reden soll, aber wenn du mir deine Worte gibst und richtige Gedanken über mich selbst und über meinen Nächsten, dann werde ich diese Worte reden, dann werde ich mich eins machen mit deinem Wort, sodaß ich dieses Wort werde“.
 
 
Und jeder, der davon keine Ahnung hat, darf Lust haben an jedem, der mit Gottes Absichten bekannt ist. Gott erbarmt sich immer derjenigen, die wenig oder gar nichts von seiner Gnade wissen. Den Schwachen gegenüber ist er so barmherzig, das sollten wir auch sein. Wenn du der Meinung bist, daß du Jona mehr oder weniger ähnelst, nimm dir dann ein Beispiel an der Gnade Gottes. Schau mal, wie groß der Glaube Gottes an dir ist, wie sehr sein Wort in dir lebt, obwohl es einen Gegner gibt, der versucht, mit seinen negativen Gedanken zwischendurch zu gehen. Aber ich kann entscheiden, ich kann reden, ich kann bestätigen, ich kann verneinen. Ich darf mich manchen Gedanken wehren, wie beschrieben in Jeremia 15,20: Ich werde dich zu einer festen, ehernen Mauer machen, und sie werden wider dich streiten, aber dich nicht über-wältigen, denn ich bin mit dir, um dich zu befreien. Der Teufel versucht mich mit seinen negativen Gedanken zu überwältigen, aber ich verweigere ihm den Zugang zu meinem Herzen. Wir haben uns nämlich die Art und Weise, wie Gott denkt, zu eigen gemacht. Wir haben die Liebe Gottes und seine Majestät akzeptiert und voller Verwunderung entdecken wir allmählich, daß wir bereits zu großem Segen für Ninive geworden sind. Denn wenn wir es so betrachten, daß die Ninives, womit wir zu tun haben, nicht länger eine Bedrohung für uns sind sondern uns zur Eroberung gegeben wurden, dann haben wir etwas in unseren Händen, dann sind wir beschäftigt, die Ninivés zu verändern statt daß Ninive uns verändert. Dann ist der Unterdrücker nicht länger derjenige, der mich unterdrückt, sondern der, der von mir unterdrückt wird. Das ist eine andere Lebensart.
 
Wie das möglich wird? Wenn wir uns die Eigenschaften Gottes, Barmherzigkeit, Liebe und Erbarmen, die Ihm nicht sosehr von Jona als von den finsteren Mächten vorgeworfen wurden, zu eigen machen, uns damit eins machen, dann wollen wir staunen über das, was infolge dessen zum Vorschein kommt. Es ist wunderschön, zu lieben, Sym-pathie zu erwerben und so weiter zu verfahren. Wenn wir diese Eigen-schaften Gottes umarmen, dann werden sie unser Leben. Manchmal denkst du, daß es noch nicht so richtig geht, aber immer mehr wirst du entdecken, wie das vor sich geht. Wir wollen uns ganz bewußt von Gott helfen lassen, durch sein Wort, durch unsere geistliche Brüder und Schwestern.  Wir wollen uns helfen lassen durch das, was Gott in dieser Zeit zu uns redet.
 
Zu guter Letzt sagt Gott: Wenn du diese Gesinnung hast, weißt du, was ich dann tun werde? Dann gebe ich dir Städte in deinem Besitz. Die schenke ich dir, ganz einfach. Dabei sollst du nicht an eine Stadt oder ein Dorf denken, dort, wo du wohnst, sondern an Regionen, womit du zu tun hast.  „Dafür gebe ich dir die Verantwortlichkeit“ sagt der Herr. „Du hast dort das Recht um in meinem Namen zu Reden. Ich habe meinen Geist geschenkt, tue es nicht in deiner eigenen Kraft. Es kommt darauf an, was Ich glaube, das werde Ich dir klar machen und das bestimmt, was du glaubst und reden wirst“.  Es ist wunderbar, in dieser Weise zusammen mit dem Herrn den Weg des Lebens zu gehen. Das wird sich über die ganze Schöpfung ausdehnen.
 
Amen.
 
 
Vater,
 
Wir danken Dir, dass Du es Dir vom Anfang an ausgedacht hast, zusammen mit Menschen das Leben zu entwickeln, die Liebe zu verkündigen, Liebe zu erleben, Menschen Recht und Gerechtigkeit beizubringen, ja, eine Schöpfung ins Leben zu rufen, die so sauber, gut und schön ist. Wir danken Dir, daß Du Dich an deinen ursprünglichen Plan hältst, und daß Du in dieser Zeit Menschen am selben Plan teilhaben lässt, um Mitarbeiter des Lebens zu werden. Herr, wenn es dann manchmal schwierig wird, dann wollen wir nicht davonlaufen sondern auf dich zugehen. Wir wollen dir ganz nahe sein um hören zu können, was Du zu uns redest. Denn von Dir kommt eine Fülle an Erbarmen, Liebe, Friede, Heilung und Geborgenheit.
 
Herr, wo wir in unseren Gedanken nicht stabil sind, machst Du uns stabil.  Du gibst uns einen Platz deinem Herzen ganz nahe, wo wir voll deines Hl.Geistes sein werden, und voll von Wahrheit und Leben. Wir wollen Ruhe finden in dem, was Du auch über uns denkst.
 
Amen