Wednesday, November 20, 2019

“He’s got the whole wide world in His hands”

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Mit Gott gehen
Jan Fluit
 
 
 
An der Natur kann man sich sehr freuen, an allem, was da wächst und blüht. Manchmal frage ich mich, ob die Leute wohl sehen, was da alles so zu sehen und zu genießen ist. Und du, siehst du es?
Es ist richtig, um die guten Sachen, die es gibt, zu sehen, ein Auge zu haben für alles, was so farbenreich ist, zu sehen, was lebt und so wunderschön ist, auch dort, wo man es noch nicht sehen kann.
 
Freust du dich an deiner eigenen Natur? Hier gibt es nämlich auch einen Farbenreichtum. Und wenn das alles noch nicht so sichtbar geworden ist, glaubst du dann, daß Gott das alles zum Vorschein bringen kann? Daß Gott daran glaubt?
Es ist eine Überraschung zu entdecken, wie du schöner wirst durch den Umgang mit deinem Vater, durch die Worte, die er zu dir redet und durch seine Liebe zu dir. 
 
Es ist deshalb richtig, um ihn als einen Vater kennen zu lernen, der seine Geheimnisse, die das Leben betreffen, dir bekannt macht. Man denkt noch zu oft, daß Gott ein rücksichtsloser Herrscher ist, den man nie zufriedenstellen kann. Ich möchte gerne mal mit euch über die echte Natur unseres Vaters reden.
 
Wir lesen in Micha, Kapitel 6, 3-8:  
 
Mein Volk, was habe ich dir angetan, und womit habe ich dich ermüdet? Sage aus gegen mich! Ja, ich habe dich aus dem Land Aegypten heraufgeführt und aus dem Haus der Sklaverei erlöst; und ich habe Mose, Aaron und Mirjam vor dir hergesandt. Mein Volk, denke doch daran, was Balak, der König von Moab, beratschlagt hat, und was Bileam, der Sohn des Beor, ihm antwortete, denk an den Übergang von Schittim bis Gilgal, damit du die gerechten Taten des Herrn erkennst!
Womit soll ich vor den Herrn treten, mich beugen vor dem Gott der Höhe? Soll ich vor ihn treten mit Brandopfern, mit einjährigen Kälbern? Wird der Herr Gefallen haben an Tausenden von Widdern, an Zehntausenden von Bächen Öls? Soll ich meinen Erstgeborenen geben für mein Vergehen, die Frucht meines Lebens für die Sünde meiner Seele?
Man hat dir mitgeteilt, o Mensch, was gut ist. Und was fordert der Herr von dir, als Recht zu üben und Güte zu lieben und demütig zu gehen mit deinem Gott?
 
Hier geht es über Menschen, die ein falsches Gottesbild haben, die  einem Gott, der sie ermüdet, dienen, der von ihnen fordert, daß sie vieles tun und vieles lassen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gott sagt aber: Ich habe euch aus dem Haus der Sklaverei erlöst, ich habe euch von euren Feinden erlöst. Auch wir können noch den Eindruck haben, daß es schwierig ist, dem Vater zu folgen und daß er viele Opfer von uns verlangt.
Es ist sehr schade, daß uns ein Leben in Hülle und Fülle angeboten wird, was dann wieder vom Teufel geraubt wird, indem er uns mit Gedanken über Mühsal, Opfer und Anstrengung aufsattelt.
Wenn du aber so viele Opfer darbringen sollst, wenn es dich so viel Mühe kostet, und du so viel geben mußt, dann wird das vollkommene Opfer von Jesus, der schon alles gegeben hat, zunichte gemacht.
Wenn du immer so viel tun sollst und immer von Strafe die Rede ist, dann spielst du die Rolle eines Sklaven. Ein Sklave wird bestraft und hat keinen Selbstwert. Er macht nur das, was er tun muß. Daß Gott uns bestraft, kommt überhaupt im Urtext der Bibel nicht vor.
 
Dann haben wir hier in unserem Text aus Micha eine phantastische Verheißung: Er hat dir mitgeteilt, o Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: du darfst Recht üben und dir selbst Gerechtigkeit wiederfahren lassen, und Treue lieben. Es gibt unter den Menschen ein großes Bedürfnis an Treue. Der Herr selbst ist treu! Davon singen wir so viel und gerne. Und dann demütig mit Gott gehen. Zu unserem Glück steht hier nicht, daß wir rennen sollen. Nein, in aller Ruhe und Vertrauen mit Gott gehen, Hand in Hand genießen, im Großen und auch im Kleinen des Lebens. Wenn man spaziert, dann sieht man viel mehr. Das ist der Fall, wenn man sich die Schöpfung anschaut, und das ist auch so, wenn man mit Gott durch eine Gedankenwelt geht, die uns die Worte der Wahrheit entdecken lässt, wodurch man ganz heil wird, wo man Ruhe findet. Dadurch verstehen wir immer besser, was der Geist Gottes uns zu sagen hat. Worte bekommen ihren ursprünglichen Glanz und Wert zurück.
 
Ein Beispiel gebe ich euch: Jesus sagt in Johannes 13,34: Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebt. Wenn man das nicht richtig versteht, dann könnte dieses Wort als einen Auftrag aufgefasst werden.  Man soll den Nächsten lieben, ob man will oder nicht will. Ein Gebot wird dann zum Befehl. Wenn man aber die ursprüngliche Bedeutung dieses Wortes untersucht, dann entdeckt man, daß es zu tun hat mit bieten, oder anbieten. Wie man sagen kann: ich rate dir, die schönen Farben der Natur zu genießen, so sagt Jesus uns: Ich rate dir, deinen Nächsten zu lieben. Die Urbedeutung des Wortes Gebot bedeutet auch: aufwachen, wieder zum Bewußtsein kommen oder sich bewußt werden.  Aufwachen für und durch die Liebe. Ein Auge bekommen für das, was Liebe ist, was der Andere liebt und in seiner ganzen Schönheit wahrnimmt und zum Vorschein bringen will. Wenn ich zum Bewußtsein komme, dann bin ich bewußtlos gewesen, dann gab es Sachen, wovon ich mir nicht bewußt war, die aber trotzdem  da waren, die der Herr uns so gerne mitteilen und anvertrauen möchte.
 
 
 
 
 
Oft ist die Liebe durch Enttäuschung, Mißtrauen, durch eine negative Atmosphäre und durch Klatscherei verschwunden. Wenn man dann der Meinung ist, daß Gott von uns fordert, daß wir lieben sollen, dann kann man völlig in die Irre gehen.
Wenn man aber zum Bewußtsein kommt, wenn man aufwacht, weil jemand mit seiner eigenen Wärme dich zum Bewußtsein bringt, dann erfährt  man das Leben wieder. Man wird wieder belebt.
Vielleicht fragst du dich, wie du lernen kannst, zu lieben.  Das lernt man am besten, indem man sich selbst lieben läßt, indem man es sich selbst gönnt, geliebt zu werden, indem man sich entscheidet, die Augen der vielfarbigen Weisheit Gottes, seiner vielfarbigen Liebe, seinen Worten zu öffnen. Ich gehe auf das Gebot Gottes ein. Man wird von ihm wach geküsst.
 
Leider denken viele Menschen, daß Gott von uns fordert, daß wir volkommen sind, um von ihm akzeptiert werden zu können.  Aber das hat nichts mit Liebe zu tun. Man versucht dann, Gott wohlgefällig zu sein, oder ihn auf andere Gedanken zu bringen, indem man viel betet. Das wird dir aber nie gelingen, weil unser Vater nur gute Gedanken hat. Dazu brauchen wir ihn nicht zu bewegen.  Er denkt nur Gutes von dir. Und wenn du findest, daß dein Leben ganz grau und öde aussieht, dann sieht er schon die Farben deines Lebens und bringt sie zum Vorschein.
 
Wenn meine Frau und ich draußen in der Natur sind, dann nimmt sie oft solche kleinen Baumblätter mit nach Hause, die sie bei der Fertigung von schönen Ansichtskarten verwendet. Sie hat ein Auge für das Kleine. Genauso tut unser himmlischer Vater. Vielleicht denkst du: ich bin klein. Aber das bedeutet nicht, daß du gering bist oder bedeutungslos. Klein ist nicht dasselbe als untauglich. Es bedeutet: zärtlich, lauter, unbeschädigt in der Entwicklung.
 
Wir wollen uns lieber von falschen Begriffen, von Beschränkungen und von einem falschen Gottesbild distanzieren und uns immer mehr bewußt werden von dem, was der Geist Gottes an Leben in uns schenkt und was das in uns bewirkt. Dann denken wir nicht nur, was für einen wunder-baren Gott wir haben sondern auch, was für eine wunderbare Kreatur wir selbst sind, wie intensiv Gott sich damit beschäftigt, diese Kreatur sich entwickeln und entfalten zu lassen. Man schaut sich mit ganz anderen Augen das Funktionieren anderer Leute an. Und wenn jemand nicht richtig funktionieren würde, dann werfen wir ihm nichts vor, sondern schauen wir mal, welche Möglichkeiten wir ihm anbieten können, um besser funktionieren zu können. Dann haben wir eine Chance ihm mit dem, was wir schon sehen und was er noch nicht sieht, wohl zu tun.
Paulus z.B. sagt in Phil. 3,15: und wenn ihr in irgend etwas anders denkt, so wird euch Gott auch dies offenbaren. Doch wozu wir gelangt sind, zu dem laßt uns auch halten. Also nicht, daß wir sollen und wissen
 
müssen, sondern der Gott der Offenbarung wird uns das alles wohl klar machen.  Wenn wir die Sprache Gottes richtig verstehen und wenn wir darauf eingehen, dann wird unsere Gesinnung ihm ähnlich. Dann werden wir selbst entdecken, wer Gott ist und durch unser eigenes Leben offenbaren, wer Gott wirklich ist.
 
Noch eine Entdeckung, die wir in Matth.24,40-41 finden: einer wird genommen und einer wird gelassen. Es hat den Schein, als hätten wir hier mit einem Gott der Willkür zu tun, aber es steht im Urtext: Der eine kann stehen bleiben und der andere wird mitgerissen. Es ergibt sich hier, daß  es darum geht, ob man ein Fundament in seinem Leben hat oder nicht. Wenn das Haus deines Lebens auf dem Felsen Jesus Christus gebaut ist, dann wirst du nicht mitgerissen.
 
In 2.Mose 20, 5 steht: Denn ich, der Herr, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der dritten und vierten Generation von denen, dich mich hassen.  Dieser Text hat viel Schaden angerichtet, denn die Heimsuchung und die Strafe gehen immer weiter, bis an die dritte und vierte Generation, wenn man Gott hasst.
Aber das ist nicht die richtige Bedeutung dieses Textes. Es steht zwar heimsuchen da, aber das kann 3 Bedeutungen haben, nämlich berichtigen, besuchen und austilgen. Also, das, was nichts taugt oder schief gegangen ist, die falschen Gedanken über Gott, wodurch man Gott hasst, das wird von Jesus und der Vater zu nichte gemacht. Gott sagt: Ich setze mich dafür ein, das, was in dieser Generation nicht richtig ist, zu entfernen und fahre damit fort bis in die dritte und vierte Generation.
Das stimmt auch mit der Natur unseres Vaters überein. Wir haben keinen Gott, der uns nachsetzt.
 
Hesekiel 18,1-4 sagt: Was habt ihr, daß ihr dieses Sprichwort im Land Israel gebraucht und sprecht: Die Väter essen unreife Trauben und die Zähne der Söhne werden stumpf? Die Seele, die sündigt, sie allein soll sterben. Es hat nichts damit zu tun, wer deine Eltern sind oder wessen Kind du bist. Darum sagt Gott: Kehr um, damit du lebst! Nimm also nicht die Lasten und Sünden deines Vorgeschlechts auf deine Schulter. Gott sucht dich auf, Er sucht dich auf in deinem Leben, wo die falschen Gedanken und Unterdrückung dir Mühe machen. Er gibt dir gute Ge-danken, bis alles Übel aus deinem Leben verschwunden ist.  Das ist das Gebot Gottes, auf diese Weise zu lieben. Dann bist du nicht länger Schlachtopfer deiner Vergangenheit, sondern dann baust du zusammen mit deinem Herrn an einer neuen Zukunft. Durch den Geist Gottes bekommt man eine Art und Weise von Denken, die heilsam wirkt.
 
So gibt es auch einen Gedankengang über die Gemeinde, die dem Herrn in der Luft entgegen geht und daß die Leute, die den Herrn Jesus noch nicht angenommen haben,  zurück bleiben.
 
Das Evangelium lehrt uns aber genau das Umgekehrte: Jesus läßt dich nicht im Stich, Er sucht gerade das Verlorene auf. Er spricht: Und ich habe andere Schafe, die nicht aus diesem Hof sind; auch diese muß ich bringen, und sie werden meine Stimme horen, und es wird eine Herde, ein Hirte sein. Joh.10,16.
Gott ist zusammen mit Jesus und seiner Gemeinde beschäftigt, Gutes zu tun, Beziehungen wiederherzustellen und in die richtigen Verhältnisse zu bringen. Die Gemeinde vertritt den Herrn, der das Verlorene nicht im Stich läßt, sondern gerade aufsucht.
 
Es wird oft gedacht, daß Gott zornt über Leute, die Falsches getan haben. Aber die Bedeutung des Zornes von Gott ist: Die Wieder-herstellung der ursprünglichen Verhältnisse. Gott stellt alles also wieder her, wie es von Ursprung an Seine Absicht war, d.h. Gott und Mensch zusammen. Darum ist Jesus auch Mittler zwischen Gott und Menschen. Er bringt den Menschen wieder in das Haus seines Vaters. Er wird dann auch fertig mit dem Feind, dem Satan, dem Vater der Lüge, der den Menschen von seinem Gott geraubt hat. Darum ist es so schön, was hier in Micha steht: Gott teilt dir mit, was gut ist, Recht üben und Güte lieben, denn das tut Er nämlich auch. Lieben tut man aus einem reinen Herzen. Das nennt Jesus deshalb auch ein neues Gebot, einen neuen Rat, daß wir uns lieben sollen. Wenn du diese Dinge hörst, denkst du vielleicht: Ich habe Grund, nicht zu lieben; ich habe Grund, böse zu sein, denn was jemand mir angetan hat, ist so schlimm, das kann ich nie verzeihen oder derjenige muß den ersten Schritt tun.
Ich kann zwar warten, bis mein Gegner sich verändert, dann mache ich mich selbst aber zum Sklaven der Haltung meines Gegners. Wenn er anfängt, Gutes zu tun, dann habe ich auch das Recht, das zu tun. Jesus hat es anders gemacht. Er tat nur Gutes ohne Ende, obwohl Seine Zeitgenossen Seine Worte falsch gedeutet haben, man nicht auf ihn hören wollte und man gesucht hat, Ihn zu ermorden. Trotzdem hat er nicht aufgehört, Gutes zu tun. Jesus sagt: der Vater läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute.  Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Das ist an und für sich nicht falsch, aber so machen es auch die Zöllner. Jesus liebte uns schon, als wir noch Sünder waren und er möchte uns dasselbe lehren.
 
Kernproblem ist, daß wir uns oft beklagen über das falsche Benehmen anderer Menschen. Dieses Benehmen sollten wir auch nicht lieben, das Böse kann man niemals gutheißen. Liebhaben heißt: sich vom Bösen abwenden.
 
Aber die Liebe sieht mehr, sie schaut auf das Wesen, die wirkliche Art, des Menschen und versucht, diese echte Art zum Vorschein zu bringen. Wenn die noch nicht so recht gut bei anderen Menschen funktioniert, dann darf ich trotzdem Mitarbeiter des Herrn sein, indem ich gutes tue und meinen Feind liebe. Warum? Weil der Herr dir gegenüber genauso handelt. Er möchte sehr gern in deiner Nähe sein!
 
Oft werfen Menschen Gott vor, daß er so weit weg ist. Es ist aber nicht so, daß die Quelle von den Menschen weggegangen ist sondern die Menschen haben die Quelle selbst verlassen. Öfters ist das verursacht worden durch falsche Information über Gott, daß er z.B. ein Gott ist, vor dem man sich fürchten soll, weil er prügelt und vernichtet.
 
Wenn die Information über ihn lauter und richtig ist, wenn er dich über sich selbst informiert, dann lernst du richtig lieben. Das Merkmal der Liebe ist, daß sie nicht das Ihre sucht (1.Kor.13,5), sondern sie sucht ihren Nächsten. Wie wichtig ist es, wenn du zuerst akzeptieren lernst, daß Gott dich liebt. Es gibt Menschen, die sympatische, liebevolle Worte, ihnen gegenüber geäußert, fast nicht akzeptieren können. Warum nicht? Weil sie in diesem Bereich so beschädigt worden sind.  Es wird viel über Liebe gesprochen und über sie gesungen, aber es gibt eine Anzahl von Sachen, die Liebe genannt werden, damit aber nichts zu tun haben. Dann geht es nicht um freiwilliges Geben sondern es wird etwas von dir gefordert und zwar auf deine Kosten. Jesus hat uns aber gezeigt, daß die Liebe dem Nächsten nichts Böses tut, sondern daß die Liebe nur dient.
 
Es kann auch sein, daß man sich sehr danach sehnt, daß der Herr dir hilft, aber trotzdem gibt es diese Ungewißheit über den Willen des Herrn.  Dann gibt es Unsicherheitsfragen wie: Herr, ich bitte, du möchtest…Aber hier sagt Er: Ich habe dir mitgeteilt, was gut ist. Jetzt kannst du dir Gedanken machen über das, was ich dir geben will. Gott ist kein Mensch, der dir bezahlt für das, was du für ihn getan hast. Er gibt dir Seine Gaben umsonst und vorab.  Das möchte ich auch von ihm lernen: in dieser Gesinnung mit Menschen umgehen. Jesus hat diese reine und pure Gesinnung, wenn er uns was schenkt. Er sagt in Joh.14,21: Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt. Es ist also wichtig, daß ich Seine Gebote habe und halte, daß sie ein Teil von mir selbst werden.
Der Herr sagt: Ich habe dir mitgeteilt, was ich will und jetzt darfst du anderen mitteilen, was ich will. Ich habe sehr viel Vertrauen zu dir, denn Ich kenne dich nach deiner Art. Du darfst das Gebot der Liebe in die Praxis bringen.  Du darfst selbst in Leben und Gerechtigkeit investieren. Schön, sich das anzueignen und in die Praxis zu bringen, für dich selbst und auch für andere.
 
Dann wird man die Atmosphäre der endlosen Reihe von Schlachtopfern los. Gott verlangt keine Opfer. In Hebr.10,5 steht: Schlachtopfer und Gaben hast du nicht gewollt. Ist das aber ein Ausspruch trotz aller Schlachtopfern aus der Vergangenheit. Wieviel Stiere und Widder sind nicht geopfert worden? Dieses Opfern machte Teil einer ganzen Religion aus.  Glücklicherweise können wir jetzt sagen, daß das nicht mehr der Fall ist.  Oder doch? Schau nur um dich herum, wieviele Opfer jetzt noch
 
verlangt, gefordertwerden oder wozu man verpflichtet wird. Auch in religiösem Sinne, wo der Glaube nur aus Verpflichtungen, Drohung und Angst, Fehler zu machen, besteht.
Der Verfasser des Hebräerbriefes sagt aber: All diese Schlachtopfer können niemals die Sünden hinwegnehmen. Darum ist es so schön, daß das Prinzip des Opferns aufgehoben wurde. Wie? Durch Jesus, der sagt:
Siehe, ich komme - in der Buchrolle steht von mir geschrieben – um deinen Willen, o Gott, zu tun. Er nimmt das Erste weg (nl. die Opfer , die nichts ausrichten konnten) um das Zweite (Heiligung durch das ein für allemal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi) aufzurichten.
 
In dieser neu erworbenen Freiheit kann man immer mehr sich selbst werden. Heutzutage wird davon viel gesprochen: sich selbst sein und sich sehen lassen. Auch viel über sich selbst erzählen.  Das kann richtig sein, falls es an einem sicheren und vertrauten Ort geschieht. Als ich 20 Jahre alt war, war ich fest entschlossen, anderen Leuten niemals mehr etwas von mir selbst zu erzählen. Denn es ist sehr schmerzlich, wenn man jemand seine Gedanken und Probleme anvertraut hat, zu merken, daß man sie weiter erzählt hat, und dich dabei auch noch lächerlich gemacht hat.
 
Wenn ich jetzt aber über mich selbst rede, ist das alles ganz anders geworden. Wie das möglich ist? Weil ich in der Periode zwischen damals und heute den Herrn Jesus kennengelernt habe. Mein Selbstbild is völlig anders geworden, weil Er mich liebt und völlig akzeptiert wie ich bin. Wenn alles im Leben schief läuft, bekommt man ein falsches Bild von sich selbst. In allem, was man erlebt, hat man nicht immer selbst Schuld daran. Es ist sehr gut möglich, daß man selbst Schlachtopfer geworden ist. Das hängt mit Erziehung, Familie oder Ort, wo man aufgewachsen ist, zusammen.
Es ist wichtig und richtig, daß du durch den Herrn in sein Licht von Wahrheit und Liebe gestellt wirst, daß Er dir von seinem Geist gibt, sodaß du von dem Gedanken, daß es dir nie gelingen wird, deine Vergangenheit loszuwerden, befreit wirst.
Heute wird oft gefragt, wie du etwas empfindest, wie es dich beeinflusst.
Sorge dafür, daß du duselbst bleibst. Laß dein Leben nicht durch die alltäglichen Geschehnisse beeinflussen, sondern höre nur auf die Stimme des Vaters. Er hört auf dich, er bietet dir einen Zufluchtsort und gibt dir guten Rat.
 
Wenn du dir keinen Rat mehr weiß, wenn das Rennen und Kämpfen dich erschöpft hat, wenn alles schief geht oder wenn du in die Irre gehst, dann ist es eine Erleichterung, dich an deinen Vater wenden zu können, der sagt: Weiß du, wie sehr ich dich liebe? Ich werde mit dir zurecht kommen und das, was schief geht, werde ich ändern durch meine Liebe und meine Wahrheit in deinem Leben.
 
Wie Jesus sagt in Joh.15,3: Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.  Wer hat dir gesagt, daß du immer stark sein mußt, daß du dich selbst heilen und wiederherstellen sollst?
Der Herr sagt: Darf ich dich durch meine Wärme, meine Barmherzigkeit und meine Liebe heilen? Darf ich es sein mit meiner Art von Liebe und meiner Art von Heimsuchung, um auszutilgen, was nicht zu deinem Leben gehört?
 
Wenn man Gott in seinem Leben zulässt, dann erst wird man völlig Mensch, dann bekommt man soviel Lebensraum, dann wird man so unabhängig von der Meinung anderer Leute. Durch das Evangelium werde ich eine Geborgenheit ohnegleichen in der Annahme meines Vaters erfahren. 
 
Mein Dasein wird anerkannt, obwohl ich vielleicht völlig wund bin. Jetzt aber befinde ich mich inmitten der sicheren Mauern des Hauses von jemand, der mich heilen wird. In meinem Leben habe ich vielleicht vieles entbehren müssen, jetzt aber habe ich einen, der alles mit mir teilen möchte. Nicht geliebt, aber jetzt in einem Haus, das einen Namen hat: Herberge, Liebe, Geborgenheit, des Herrn und seiner Gemeinde, denn auf diese Art und Weise gibt der Herr Menschen an einander. Wunderbar. Jetzt möchte ich mit einem Gebot Schluß machen: Dies ist mein Gebot, daß ihr einander liebt. 
 
Amen.
 
 
Herr, wir beten dich an und danken dir für deine große Liebe, Treue und deine Nähe. Du bist ein Vater, bei dem wir uns so sicher fühlen, der uns erwärmt. Du gibst den Aussichtslosen Aussicht, den Hoffnungslosen Hoffnung. Wir danken dir, Herr, für die Art und Weise, wie du zu uns redest. Wir danken dir für dein Gebot, einander zu lieben: ein riesiges Angebot ganz uns selbst werden zu können. Uns selbst gerecht zu werden durch das Zusammenleben mit dir und mit anderen Menschen. Wir danken dir für deinen Überfluß, an dem wir teilhaben dürfen. Danke für deine Nähe, dein Verständnis, deinen Trost und dein Erbarmen. Wir danken dir, daß wir mit dir wandeln dürfen und gleichzeitig wertvolle Sachen entdecken, die wir einander zeigen dürfen.
Wir danken dir, daß du zu uns über uns selbst redest, von Liebe und Wärme, an einem Ort, wo wir völlig Mensch werden.
 
Amen.